Objektabbildung zoomen

Werner Tübke,  
Gesellschaft im Freien, 1959

 

Auf einer Steilküste sind Menschen zusammengekommen, wie die „Gesellschaft im Freien“ zeigt. Die Szene ist scheinbar beiläufig und friedlich, zugleich wirkt eine latente Spannung im Bild.

Die Figuren sind in kleinen Gruppen versammelt, auf der Wiese verteilt und mit Blick auf das Meer. Sie haben sich gleichzeitig am selben Ort getroffen, jedoch scheint jeder für sich zu sein. Einige der Figuren wirken, als ob sie miteinander kommunizieren, während andere in stiller Reflexion verharren. Diese Ambivalenz erzeugt ein Gefühl der Entfremdung. Die Farbpalette des Gemäldes ist gedämpft, dominiert von erdigen Tönen sowie einem grauen, wolkenverhangenen Himmel, was eine melancholische und geheimnisvolle Stimmung erzeugt.

Tübke greift hier Themen wie Isolation, Unsicherheit und die Suche nach Sinn auf, die im Kontext der Nachkriegszeit und der politischen Entwicklung in der DDR besondere Bedeutung erlangten.

Jasmin Lorenz

Systematik Gemälde

Material/Technik Öl auf Leinwand

Maße 72 x 92 x 5 cm (Rahmenmaß) 80 x 60 cm (Bildmaß)

Erwerbung 2022 Dauerleihgabe der Tübke Stiftung Leipzig

Inventar-Nr. L 2022-0007