Objektabbildung zoomen
Objektabbildung zoomen

Harry Blume,  
Gruppenporträt Leipziger Künstler, 1961 [von links nach rechts: Bernhard Heisig, Werner Tübke, Hans Mayer-Foreyt, Heinrich Witz, Harry Blume]

 

Als der Künstler Harry Blume 1961 als Dozent seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig begann, wurde aufgrund des Engagements einiger Studierender und mit Unterstützung von Bernhard Heisig (1925–2011) die Malerei als eigenständiges Unterrichtsfach neu in das Lehrprogramm der Hochschule aufgenommen.
Blume war mehrfach Vorsitzender der Sektionsleitung Malerei und Grafik des Bezirkes Leipzig. Er schuf neben Stillleben, Landschafts- und Sportbildern auch zahlreiche Selbstbildnisse und Porträts, unter anderem von Leipziger Maler*innen.
In Gruppenporträts wurden zu dieser Zeit oftmals Brigademitglieder zur Vermittlung des kollektiven Gemeinschaftsverständnisses im Sinne der sozialistischen Kunstdoktrin der DDR angefertigt. Das Leipziger Gemälde zeigt hingegen eine Gruppe von Leipziger Künstlern. Dargestellt sind von links nach rechts Bernhard Heisig, Werner Tübke (1929–2004), Hans Mayer-Foreyt (1916–1981), Heinrich Witz (1924–1997) und Harry Blume selbst.
Das unbekannte weibliche Aktmodell ist im Leipziger Gemälde abseits der Künstler platziert und durch die großformatige Leinwand kompositorisch von den Männern getrennt. Hinter ihr ist durch das Fenster der Turm des Leipziger Neuen Rathauses zu erkennen. Die Blicke der Maler sind weder auf die Frau noch auf ihr Bildnis auf der Leinwand, sondern auf die Betrachter*innen des Gemäldes gerichtet.
Blume setzte sich vermutlich in mehreren Studien und Zeichnungen mit der Darstellung der Figuren und des Atelierraumes auseinander. In zwei Studien liegt bereits die Anordnung der Figuren vor, doch es fehlen einige Elemente des Ausstattungsdekors des Ateliers, wie beispielsweise die Lampe, der Blumenstrauß und die Andeutung eines Bilderrahmens. Im 1977 entstandenen Gemälde „Gruppenporträt. Sektionsleitung der Maler und Graphiker Leipzig“ (MdbK) griff Blume ebenfalls den Bildtypus eines Künstler-Gruppenporträts auf.

EL [Elisabeth Lingthaler, Forschungsprojekt Bilderkosmos, Text unredigiert] - !!!Test

Neben Stillleben und Landschaftsbildern schuf der Künstler Harry Blume Sportbilder sowie zahlreiche Selbstbildnisse und Porträts, unter anderem von Leipziger Maler*innen und Graphiker*innen. Das „Gruppenporträt Leipziger Künstler“ von 1961 zeigt von links nach rechts Bernhard Heisig (1925–2011), Werner Tübke (1929–2004), Hans Mayer-Foreyt (1916–1981), Heinrich Witz (1924–1997) und Harry Blume selbst. Von den Künstlern durch eine Leinwand kompositorisch getrennt ist ein unbekanntes weibliches Aktmodell, das am linken Bildrand vor einem Fenster sitzend dargestellt ist. Durch das Fenster ist der Turm des Leipziger Neuen Rathauses zu erkennen, wodurch die Szene eindeutig verortet wird. Die Blicke der Maler sind weder auf die Frau, noch auf die Leinwand gerichtet, sondern auf die Betrachter*innen des Gemäldes. Die Nähe der Männer wie auch ihre gemeinsame Blickrichtung und eindeutige Verortung in einem Maler-Atelier in Leipzig machen deutlich, dass sie sich als eine zusammengehörende Gruppe begreifen, die sich mit der Stadt Leipzig wie auch mit der figurativen Malerei identifiziert. Es sind jene Künstler, welche zusammen mit Gerhard Kurt Müller und Wolfgang Mattheuer die sogenannte Leipziger Schule begründen werden, die eng mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig verknüpft ist. Dort wurde im Jahr 1961, angestoßen durch das Engagement einiger Student*innen und insbesondere von Bernhard Heisig, das Fach Malerei als eigenständiges Unterrichtsfach neu ins Lehrprogramm aufgenommen. Auch Harry Blume nahm 1961 seine Lehrtätigkeit an der HGB auf. Er war zudem mehrfach Vorsitzender der Sektionsleitung Malerei und Grafik des Bezirkes Leipzig.

Elisabeth Lingthaler / Jenny Graser


Literatur:
Kunst in Leipzig 1949-1984, Kat. MdbK Leipzig 1984, Abb. S. 19; Selbstbildnisse Leipziger Künstler, Kat. MdbK Leipzig 1982, Abb. S. 9; 6. Kunstausstellung des Bezirks Leipzig, Ausst. Altes Rathaus Leipzig 1961, o. S. (mit Abb.); 500 Jahre Kunst in Leipzig, MdbK, 1965, Nr. 43 (mit Abb.)
Malerei der DDR, MdbK, Katalog der Gemäldegalerie, Heft 5, 1977, Kat.-Nr. 16, S. 39 (mit Abb.); Hochschule für Grafik und Buchkunst, Bd. 2., Malerei/Grafik/Fotografie, Ausst. 225. Jubiläums der HGB, 1989 (Ort MdbK), S. 73(mit Abb.)
Dauerausstellung 5.43 (2022-2023); 5.44 (2024)

Systematik Gemälde

Material/Technik Öl auf Hartfaserplatte

Maße 90 x 125,5 cm (Bildmaß) 104 x 138,7 x 6 cm (Rahmen- / Sockelmaß)

Erwerbung 1961 Erwerbung aus der 6. Bezirkskunstausstellung, Leipzig

Inventar-Nr. G 1872