Objektabbildung zoomen

Max Beckmann,  
Selbstbildnis auf Grün mit grünem Hemd, 1939

 

Mit der Machübertragung an die Nationalsozialisten 1933 verändert sich das Leben Max Beckmanns radikal. Der einst in der Weimarer Republik gefeierte Künstler verliert seine Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine Werke werden von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, in vielen Museen abgehängt und im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ (1937/38) beschlagnahmt. Auch das MdbK verzeichnet hohe Verluste. Angesichts der zunehmend bedrohlicher werdenden Atmosphäre sehen sich Beckmann und seine Ehefrau Mathilde „Quappi“ Beckmann dazu gezwungen, Deutschland zu verlassen. 1937, am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München, kehren sie Berlin den Rücken und begeben sich ins Exil nach Amsterdam. Dort malt Beckmann das „Selbstbildnis auf Grün mit grünem Hemd“. Laut Mathilde Q. Beckmann ist das Gemälde 1938 entstanden, wurde jedoch von Max Beckmann erst 1939 signiert. (1)

Mit ernstem Gesichtsausdruck – die Augenbrauen sind zusammengezogen und die Augen zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen – blickt er den Betrachter*innen entgegen. Dieses Gemälde markiert einen historischen Moment, nicht nur im Leben Max Beckmanns, sondern darüber hinaus auch in der europäischen Geschichte.

Jenny Graser

(1) Max Beckmann. Katalog der Gemälde, Band 1: Katalog und Dokumentation, bearbeitet von Erhard Göpel und Barbara Göpel, hrsg. von Hans Martin von Erffa, Bern 1976, S. 322, Nr. 509

Systematik Gemälde

Material/Technik Öl auf Leinwand

Maße 65,5 x 50 cm (Bildmaß) 84,5 x 66,5 x 5,5 cm (Rahmenmaß)

Erwerbung 2010 Dauerleihgabe von Mayen Beckmann, Berlin

Inventar-Nr. GD 108