Cornelia Schleime
Nora; 2005
Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: Galerie Judin/Berlin, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten/VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Cornelia Schleime, …
Nora, 2005
Neuerwerbung 2025 durch die Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V.
Im Jahr 2025 gelang es dem MdbK durch die großzügige Unterstützung der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e.V. das erste Gemälde der Künstlerin Cornelia Schleime zu erwerben. Seit dem 23. April 2026 ist es als Teil der Sammlungspräsentation "Bilderkosmos #3. Leipzig im Dialog" erstmals ausgestellt.
Das Gemälde „Nora“ (2005) von Cornelia Schleime zeigt das überlebensgroße Porträt einer jungen Frau. Ihr Gesicht dominiert den tiefschwarzen Bildraum. Rot glänzende Lippen verleihen der Frau einen provozierenden Ausdruck, der gänzlich ihrer Rolle widerspricht: Das Gemälde ist das letzte von Schleime geschaffene Werk aus der Serie der sogenannten „Nonnenbilder“ (2000–2005). Im Vergleich mit den anderen Gemälden dieser Serie ist die Kleidung bei „Nora“ allerdings derart stark abstrahiert, dass sich die Rolle der Dargestellten nicht unmittelbar erschließt. Das Gemälde gibt sich zunächst als selbstbewusstes Frauenporträt, gewinnt mit der Kontextualisierung allerdings an Doppelbödigkeit und Spannung. Dazu trägt auch die Malweise bei: Pastos ragt der schwarze, das Bildnis rahmende Asphaltlack auf, der stellenweise eine plastische Wirkung entfaltet. Die hellen Partien hat Schleime mit Schellack überzogen. Dieser Lack reißt die glatte und ebenmäßige Farbschicht auf und fügt ihr farbig variierende Tropfen und Rinnsale hinzu, welche die Schönheit der Porträtierten unterlaufen. So unterstreicht die Malweise den ambivalenten Charakter des Bildes.
Schleime wurde als Kind zunächst streng katholisch erzogen. Diese Erfahrung hat sie bis ins Erwachsenenalter eindrücklich geprägt, ist Schleime doch bereits um die 50 Jahre alt, als sie die „Nonnenbilder“ malt. Was sich ihr nachhaltig eingeprägt hat, ist die Erfahrung des Katholizismus als zutiefst einengende Religion, so erzählt es Schleime in einem Gespräch im März 2025 (1). Das Gefühl der Enge erfuhr Schleime in ihrem Leben demnach mehrfach, ausgelöst mal durch eine religiöse, mal durch eine politische Struktur. Thematisch schließen sich damit die frühen, noch in der DDR entstandenen performativen Fotografien, von denen das MdbK drei Abzüge besitzt, mit den späteren Gemälden der „Nonnenserie“ zusammen.
Jenny Graser
(1) Cornelia Schleime im Gespräch mit Jenny Graser, Ruppin, 7. März 2025
Beteiligte Cornelia Schleime (1953)
Titel Nora
Entstehungszeit 2005
Systematik Gemälde
Material/Technik Acryl, Asphaltlack, Schellack auf Leinwand
Technik Acrylmalerei
Signatur Verso: C. M. P. / Schleime / 2005
Creditline Dauerleihgabe der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V.
Zitiervorschlag/Permalink Cornelia Schleime, Nora, 2005, Acryl, Asphaltlack, Schellack auf Leinwand, Dauerleihgabe der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V., Copyright Abb. © Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: Galerie Judin/Berlin, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten/VG Bild-Kunst, Bonn 2026, https://mdbk-digital.de/detail/collection/29423437-1861-49ae-899d-1e8ae1f06785
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