Cornelia Schleime Malerin, Performerin, Filmemacherin, Autorin

Lebensdaten 1953

Geburtsort Berlin

Cornelia Schleime lebt und arbeitet in Berlin und im Brandenburgischen Ruppin. Nach einer 1970 begonnenen Lehre als Friseurin, die Schleime die Aufnahme eines Studiums gewährt, studiert sie Maskenbildnerei an der Fachschulabteilung der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK). Sie bricht das Studium nach zwei Jahren ab und strebt stattdessen das Studium der Malerei und Grafik an, für das sie 1975 an der HfBK zugelassen wird. Fasziniert von der alternativen Kunstszene Dresdens schließt sich Schleime dieser 1979 an und gründet zusammen mit Ralf Kerbach und anderen die Punkband „Zwitschermaschine“. In dieser Zeit zieht sie erstmals die Aufmerksamkeit der Staatssicherheit der DDR auf sich. 1980 beendet Schleime das Studium an der HfBK mit dem Diplom. Ihre intensive Auseinandersetzung mit Körperaktionen, die Beteiligung an unkonventionellen Aktionen und Ausstellungen führen 1981 zum Ausstellungsverbot. 1982 zieht sie nach Ost-Berlin. Dort widmet sie sich dem Film, macht weiterhin Musik mit ihrer Punkband. Schleime fasst den Entschluss die DDR zu verlassen und stellt mehrere Ausreiseanträge. 1984 erhält sie die Bewilligung. Ihr bleibt wenig Zeit für die Ausreise, sodass sie gezwungen ist, ihr bis dahin geschaffenes Werk fast vollständig zurückzulassen. Durch die Mithilfe eines Diplomaten gelingt es allerdings, einige wenige Künstlerbücher, Super-8-Filme und Fotografien, darunter auch die im MdbK vorhandenen Motive, nach West-Berlin zu bringen, sodass das Frühwerk der Künstlerin nicht gänzlich verlorengegangen ist. 1985 beginnt Schleime sich konsequent der Malerei zu widmen, der sie bis heute treu geblieben ist. Parallel entstehen Aquarelle.

Seit 1985 unternimmt Schleime regelmäßig längere Reisen unter anderem nach New York (1989–1990), Kenia (1992), Indonesien (1993), England und Schottland (1995), Brasilien (1997), Hawaii und Irland (1998-1999). Stets trägt sie ein Skizzenbuch bei sich, das zur Quelle für ihre Gemälde wird: „Ich nehme auf jede Reise immer ein großes Skizzenbuch mit, und das Schöne daran ist, ich setze mich an den Straßengraben und zeichne alles, was mir in den Weg kommt. Daraus entsteht dann ein Zettelkasten für meine Bilder, eine Collage aus flüchtigen und elementaren Momenten.“ (1)

(1) Cornelia Schleime, zit.n. Cornelia Schleime. Arbeiten von 1985-1996, hrsg. von der Galerie Michael Schultz, Berlin 1996, S. 5