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Schenkung Bühler-Brockhaus

Das Sammlerehepaar Dr. Hans Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus schenkte dem MdbK 2004 anlässlich der Eröffnung des Museumsneubaus großzügigerweise eine umfangreiche Sammlung von Gemälden der „Schule von Barbizon“ sowie ausgewählte Plastiken und Zeichnungen von französischen Künstlern des 19. Jahrhunderts. In dem Dorf Barbizon am Wald von Fontainebleau ließen sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Landschaftsmaler*innen zeitweilig nieder, die von der malerischen Natur unweit der Metropole Paris angezogen wurden. Hier wurde das neuartige Konzept einer „paysage intime“, einer verinnerlichten Landschaftsmalerei, entwickelt, die auf unmittelbarer Naturbeobachtung fußt. Damit ist nicht gemeint, dass alle Bilder „plein air“, d.h. in der Natur entstanden. Jedoch schufen die Maler*innen zahlreiche Zeichnungen und Ölstudien vor Ort, um die unmittelbare Farb- und Lichtwirkung zu studieren. Durch ihre Sensibilität für Farb- und Lichtstimmungen in der Natur und die oft lockere, freie Malweise gilt diese Malerei als ein Vorläufer des Impressionismus. Die Sammlung umfasst Meisterwerke von Camille Corot, Theódore Rousseau, Charles-François Daubigny, Gustave Courbet, Rosa Bonheur und Claude Monet.
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Gemälde

Über 30 Gemälde umfasst die nach 2004 noch erweiterte Schenkung Bühler-Brockhaus. Der Schwerpunkt liegt auf der Landschaftsmalerei, aber auch einige Stillleben und Figurenstudien befinden sich darunter. Die Werke umfassen den Zeitraum von den 1840er Jahren bis etwa 1910. Damit kann die französische Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einer Epoche der fundamentalen Erneuerung und Modernität dokumentiert werden. Ein Höhepunkt ist das Gemälde „Boote am Strand von Etretat“ des vielleicht berühmtesten impressionistischen Malers, Claude Monet, das Teil einer Gruppe von Studien für ein großformatiges Gemälde ist. Es zeigt, wie viele Gemälde der Sammlung, eine lebhafte, fast zeichnerische Pinselführung, die dem Gemälde die Spontanität einer Skizze verleiht. Erwähnt sei noch das Gemälde „Reiter im Regenschauer“ aus dem Jahre 1882 von Rosa Bonheur, eine der wenigen erfolgreichen Malerinnen Frankreichs in dieser Zeit.

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Zeichnungen

Die erlesene Gruppe von sieben Zeichnungen der Schenkung Bühler-Brockhaus setzt sich zusammen aus je einer Zeichnung von Eugène Delacroix und Edgar Degas sowie drei Zeichnungen von Jean-Francois Millet und je einer Zeichnung von Adolph von Menzel und Pablo Picasso. Die drei Zeichnungen Millets dokumentieren das große Interesse des Künstlers am Leben der Landbevölkerung, das er aus eigener Beobachtung kannte und studierte. Sie unterstreichen den Willen des Künstlers, für die Darstellung der arbeitenden Landbevölkerung besonders einprägsame und typische Bilder zu finden.  Die Zeichnung mit drei Studien eines Zeitung lesenden Mannes von Adolph von Menzel führt die genaue Beobachtungsgabe des Künstlers vor Augen.

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Radierungen

Eine interessante Ergänzung des Gemäldebestandes von Charles-François Daubigny sind zehn Radierungen des Künstlers aus den Jahren von 1859 bis 1877. Mehrere von ihnen zeigen das Hausboot, das der Künstler als Atelier nutzte. Daubigny hinterließ ein umfangreiches Werk an Radierungen, von denen viele das von ihm geschätzte Motiv der Flusslandschaft thematisieren. Von dem vor allem als Tiermaler bekannten Charles-Emile Jacque stammen zwei Radierungen mit bäuerlichen Motiven im hollandisierenden Stil des 17. Jahrhunderts, der im 19. Jahrhundert eine Renaissance erlebte.

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Plastik

Zur Schenkung Bühler-Brockhaus gehört eine erlesene Auswahl von acht Plastiken von zwei bedeutenden Bildhauern Frankreichs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Jean- Baptiste Carpeaux und Jules Dalou sowie von dem Maler Louis Valtat, der nur wenige Plastiken schuf. Carpeaux erhielt öffentliche Aufträge zum Fassadenschmuck herausragender Neubauten wie der Oper oder für Denkmalsplastik im öffentlichen Raum wie den Brunnen der vier Weltteile. Aus dem letzteren Kontext stammen zwei Plastiken der Schenkung Bühler-Brockhaus wie die Bronze „Warum versklavt geboren!“ und die Terrakotta „Der Chinese“. Dalou war ein Schüler von Carpeaux, entwickelte einen realistischen Stil und sympathisierte öffentlich mit der Arbeiterschaft.