Objektabbildung zoomen

Theresa Rothe,  
Lazy Neck, 2025

 

Diese skulpturale Arbeit thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen Sichtbarkeit und Rückzug, Verletzlichkeit und Selbstschutz. Sie zeigt ein körperhaftes Wesen, dessen Hals sich durch einen motorisierten Mechanismus kontinuierlich hebt und senkt — eine Bewegung, die an vorsichtiges Hervortreten, Beobachten und unmittelbares Wiederverkriechen erinnert. Der repetitive Bewegungsablauf verweist auf Unsicherheit, auf den Wunsch, sich zu zeigen und etwas zu wagen, ebenso wie auf den Impuls, sich dem Blick der Außenwelt erneut zu entziehen.

Die Figur liegt auf dem Rücken und präsentiert einen nackten, ungeschützten Bauch als zentrale Körperzone. Während der übrige Körper von Fell bedeckt ist, wird hier gezielt eine fragile, verletzliche Oberfläche freigelegt. Der offene Bauch fungiert als Symbol emotionaler Exponiertheit und verweist auf Zustände von Schutzlosigkeit, Sensibilität und innerer Angreifbarkeit.

Die verkürzten, abgespreizten Gliedmaßen erscheinen nahezu funktionslos und verstärken den Eindruck von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Gleichzeitig verhindern sie eine einfache Fluchtbewegung oder das aktive Verbergen des Körpers. Die Arbeit beschreibt damit einen Zustand zwischen Bedürfnis nach Schutz und der Unmöglichkeit vollständigen Rückzugs.

Wie in vielen Arbeiten von Theresa Rothe verschränken sich in "Lazy Neck" (Fauler Nacken) subjektive Empfindungen mit körperlichen und psychischen Erfahrungsräumen. Die Skulptur bewegt sich zwischen Groteske und Empathie und eröffnet eine Reflexion über Angst, Unsicherheit und die Ambivalenz des Sich-Zeigens innerhalb sozialer und emotionaler Zusammenhänge.

Systematik Objekt / Installation

Material/Technik Fellstoffe, Latex, Silikon, Glasaugen, Modelliermasse, Hubkolbenmotor

Maße ca. 140 x 1.200 x 80 cm (Objektmaß (H x B x T))

Erwerbung Leihgabe Theresa Rothe, Leipzig