Objektabbildung zoomen

Elisabetta Sirani (nach ?),  
Amor und Psyche, um 1660

 

Das Gemälde kam 1853 unter dem Namen Elisabetta Sirani und somit als erstes Werk einer Künstlerin in die Sammlung. Die alte Zuschreibung ist jedoch nicht gesichert. Sirani, eine der erfolgreichsten Künstlerinnen des 17. Jahrhunderts und spezialisiert auf großformatige Historienbilder, stellte häufig weibliche Heldinnen aus Bibel und antiker Mythologie dar. Sie reduzierte die Protagonistinnen dabei nicht, wie ihre männlichen Kollegen, nur auf Schönheit und Erotik, sondern unterstrich Eigenschaften wie Mut und Schlauheit. So auch in der hier dargestellten Szene, in der Psyche ihren Entführer und Liebhaber, den Liebesgott Amor, im Schein der Öllampe heimlich betrachtet. Apuleius' antike Fabel liefert hier die Grundlage für eine der wenigen literarischen Szenen, in der eine Frau einen nackten Mann erotisch betrachtet und nicht umgekehrt: »Der [...] Körper ist glatt und glänzend; ihn geboren zu haben, brauchte sich Venus nicht zu schämen.« (Apul., Met. 5,22,6).

Systematik Gemälde

Material/Technik Öl auf Leinwand

Maße 97,5 x 142 cm (Bildmaß)

Erwerbung 1853 Schenkung Adolf Heinrich Schletter, Leipzig

Inventar-Nr. G 229