Objektabbildung zoomen

Anna Nero,  
Him and Her, 2021

 

Geometrische Formen in leuchtenden Farben bestimmen die Gemälde und Keramiken von Anna Nero. Sie erinnern an Architekturelemente, Möbel, Schläuche und Gestänge, aber auch an Stachel, Haare oder Wassertropfen. Trotz dieser Assoziationen entziehen sich diese Elemente einer eindeutigen Zuschreibung. Sie fungieren vielmehr als Träger oder Vermittler von physikalischen Zuständen wie Schwere und Leichtigkeit, Härte und Weichheit, Fragilität und Stabilität. Die mitunter knalligen Farben beeinflussen die Bildstimmung, tendieren ins Heitere und Lustige oder ins Düstere. Damit vereinen Neros Gemälde eine abstrakte und zugleich gegenstandsbezogene Bildsprache. Die Künstlerin vermittelt „zwischen Repräsentation und Nichtrepräsentation“. (1)

Auf der Leinwand setzt Nero die abstrakten Farbformen zu räumlichen Beziehungssystemen zusammen, bricht dabei jedoch wiederholt mit der Logik von Vorder- und Hintergrund, oben und unten. In dem Gemälde „Him and Her“ (2021) setzt sie blaue und rosafarbene Formen in einen Dialog und verweist mit der klischeehaften Farbwahl auf das Zusammenspiel der Geschlechter. Nero tariert hier die zwischen Mann und Frau wirkenden Kräften aus.

Jenny Graser

(1) Anna Nero, in: „Ich lege Wert auf Rituale“ von Eugen El, juedische-allgemeine.de, 5. März 2019 [https://www.juedische-allgemeine.de/gemeinden/ich-lege-wert-auf-rituale/, eingesehen am 03.06.2026].

Systematik Gemälde

Material/Technik Öl, Acryl auf Leinwand

Maße 180 x 130 cm (Bildmaß)

Erwerbung 2022 Schenkung von Steffen Hildebrand, Leipzig

Inventar-Nr. 2022-4917