Objektabbildung zoomen

Francisco de Goya,  
El sí pronuncian y la mano alargan al primero que Ilega., 1799

 

Die Eheschließung einer jungen Frau mit einem älteren Mann ist zu sehen. Goya weist auf ein Hauptthema der Caprichos hin: erotische Beziehungen, Sexualität und Ehe, die sich unter den sozialen Verhältnissen nicht frei entfalten kann. (siehe auch Caprichos 6, 14, 57) Die Ehe wird wie ein Versteckspiel angebahnt. Die junge Braut trägt als einzige zwei Masken, über den Augen eine Halbmaske, so dass ihr zukünftiger Mann ihr Gesicht nicht sieht. Am Hinterkopf trägt sie eine groteske, fratzenhafte Maske. Goya greift das antike Motiv des doppelköpfigen römischen Gott Janus auf und verweist auf die Doppelmoral der ungleichen Ehen. Junge Frauen wurden oft gegen ihren Willen zur finanziellen Absicherung der eigenen Familie mit älteren Männern verheiratet.

Systematik Druckgrafik

Material/Technik Radierung, Aquatinta

Maße 17,9 x 12,3 cm (Darstellungsmaß) 28,6 x 20,8 cm (Blattmaß) 21,5 x 15,3 cm (Platten- / Stein- / Stockmaß)

Erwerbung 1925 Erwerbung von C.G. Boerner, Leipzig

Inventar-Nr. I. 5160 / 2