Objektabbildung zoomen

Werner Tübke,  
Am Strand von Roma Ostia II, 1974

 

Das Bild zeigt zwei monumentale Figuren in einer Strandszene. Die Komposition besticht durch ihre expressiven Körperdarstellungen und ihre symbolisch aufgeladene Bildsprache.

Der Mann steht aufrecht und kraftvoll im Kontrapost, seine Muskeln sind detailliert ausgearbeitet und erinnern an antike Heldenbilder. Die Frau, nur zum Teil in ein tiefblaues Tuch gehüllt, sitzt unter einem Sonnenschirm und blickt nachdenklich nach unten. Eine Träne fließt aus ihrem Auge. Tröstend ist der Arm des Mannes auf ihre Schultern gelegt, jedoch schaut er weg in die Ferne. Beide Körper wirken übermächtig, ihre klassisch anmutenden Posen erinnern an antike Skulpturen. Sie sind eingebettet in eine Umgebung, die das Alltägliche eines Badeausflugs einfängt. Die Farbgebung des Bildes ist kräftig und komplementär, die Figuren stehen im Kontrast zueinander und zum blasseren Hintergrund. In der Ferne sind das Gebäude einer italienischen Badeanstalt und zwei weitere Figuren mit einem Hund zu erkennen.

Das Gemälde lässt sich unmittelbar mit Tübkes Italienreisen in Verbindung bringen. Seit den 1970er Jahren führten ihn mehrfach Reisen zur Wiege der abendländischen Kunst und Kultur, die zur existenziellen Inspirationsquelle für sein Werk wurden. Besonders Arbeiten prominenter Renaissance- und Manierismus-Künstler wie Tintoretto (1518–1594), El Greco (um 1541–1614), Paolo Veronese (1528–1588) und Tizian (ca. 1485/1490–1576) beeinflussten ihn nachhaltig.

Jasmin Lorenz

Systematik Gemälde

Material/Technik Mischtechnik auf Holz

Maße 105 x 80 x 5 cm (Rahmenmaß) 90,5 x 65 cm (Bildmaß)

Erwerbung 2022 Dauerleihgabe der Tübke Stiftung Leipzig

Inventar-Nr. L 2022-0008