Objektabbildung zoomen

Werner Tübke,  
Selbstbildnis, 1959

 

Das Selbstbildnis zeigt Werner Tübke im Alter von 30 Jahren. Er malte sich im Dreiviertelprofil als Brustporträt.

Im Bild dominieren die Erdtöne der Kleidung und der dunkle Hintergrund, der den Fokus ganz auf das Gesicht des Künstlers lenkt. Der Kontrast zwischen dem hellen Hautton und dem dunklen Hintergrund verstärkt die Plastizität des Kopfes und betont die Gesichtszüge Tübkes. Besonders auffällig sind die akribisch gemalten Details, wie die für sein Alter etwas ungewöhnlichen tiefen Stirnfalten. Die bis oben zugeknöpfte Jacke und der ordentliche Seitenscheitel wirken streng.
Diese distanzierte, aber konzentrierte Haltung verleiht dem Bild eine ernste Stimmung. Mit festem Blick, verstärkt durch eine Brille, schaut der Künstler in die Ferne, über die Betrachtenden hinweg.

Anders als in vielen weiteren Selbstbildnissen inszeniert sich Tübke hier nicht als Maler. Ab 1956 arbeitete er als wissenschaftlicher Oberassistent an der Hochschule in Leipzig und wurde schon ein Jahr später entlassen. Offizieller Grund dafür waren sinkende Studierendenzahlen, wobei wohl zudem Kritik an Tübkes künstlerischer Ausrichtung wuchs.

Jasmin Lorenz

Systematik Gemälde

Material/Technik Ölmalerei auf Sperrholz

Maße 56,5 x 46 cm (Rahmenmaß) 40,2 x 29,1 cm (Bildmaß)

Erwerbung 2022 Dauerleihgabe der Tübke Stiftung, Leipzig

Inventar-Nr. L 2022-0003/recto