Jan Lievens Maler, Zeichner, Grafiker, Verleger

Lebensdaten 1607 - 1674

Geburtsort Leiden

Sterbeort Amsterdam

Jan Lievens wurde in Leiden geboren und aufgrund seiner Begabung bereits als Achtjähriger zu dem Maler Joris van Schooten in die Lehre gegeben. Nach zwei Jahren setzte er seine Ausbildung in Amsterdam bei dem Historienmaler Pieter Lastman fort. Schon mit zwölf Jahren soll er im elterlichen Haus eine Werkstatt eingerichtet haben, in der er zunächst v. a. Kopien anfertigte, die so gelungen waren, dass sie für Originale gehalten wurden. Möglicherweise betrieb er in der zweiten Hälfte der 1620er Jahre in Leiden zusammen mit Rembrandt eine gemeinsame Werkstatt, wo Constantijn Huygens, der Sekretär des Statthalters Friedrich Heinrich, auf ihn aufmerksam wurde und sein Porträt bei ihm in Auftrag gab. Von 1632 bis 1634 war der junge Lievens am Hof in London tätig, porträtierte den englischen König Karl I. und arbeitete vermutlich in der Werkstatt Anton van Dycks. Anschließend ließ er sich in Antwerpen nieder (1635–44). 1639 erhielt er einen bedeutenden Auftrag zur Ausschmückung des Rathauses in Leiden, den er unter dem Einfluss der Malerei von Rubens ausführte. 1640 heiratete der inzwischen wohl zum katholischen Glauben konvertierte Maler in Antwerpen. In den 1640er Jahren entstehen Landschaften im Stil Adriaen Brouwers. 1644 kehrte Lievens nach Amsterdam zurück und mietete ein Atelier von Jan Miense Molenaer (den er bald darauf auf die Rückgabe einer Landschaft verklagte, die Molenaer für Materialkosten an sich genommen hatte). In der Folgezeit erhielt er zahlreiche Porträtaufträge aus höchsten Amsterdamer Kreisen und schuf Historienbilder, u. a. für das Haus Oranien (Huis ten Bosch). 1654 arbeitete Lievens in Den Haag und Schloss Oranienburg bei Berlin. 1655 erhielt er den prestigeträchtigen Auftrag zu einem Historienbild für den Versammlungssaal der Bürgermeister im Amsterdamer Stadthaus, das mit 1500 Gulden entlohnt wurde. Trotz weiterer öffentlicher Aufträge geriet Lievens am Ende seines Lebens durch ausbleibende Zahlungen für ausgeführte Bilder und den Zusammenbruch des Kunstmarkts nach 1672 in finanzielle Schwierigkeiten. Der einst hochgeachtete Maler starb in Armut. Lievens hinterließ auch ein bemerkenswertes zeichnerisches und grafisches Werk.