Willem van de Velde der Jüngere Maler, Zeichner

Lebensdaten 1633 - 1707

Geburtsort Leiden

Sterbeort Greenwich

Der Sohn des bereits gefeierten Zeichners von Marinen Willem van de Velde d.Ä. (1611–93) lernte zunächst beim Vater, der ihm profunde Kenntnisse über Schiffe und ihre zeichnerische Wiedergabe vermittelte. Um 1650/51 setzte er seine Ausbildung bei dem Marinemaler Simon de Vlieger fort, einem Meister tonaler Seestücke. 1652 heiratete er jung, wurde jedoch kurz darauf geschieden. 1656 heiratete er erneut, aus dieser Verbindung gingen sechs Kinder hervor. Bis zum Tod seines Vaters arbeitete Van de Velde mit diesem in einer Werkstatt. Datierte Bilder des Sohnes sind ab 1651 erhalten. Oftmals fertigte er Bilder nach zeichnerischen Vorlagen des Vaters an, der sich ausschließlich auf Federzeichnungen von Marinen (sog. „pen schilderijen“) und Grisaillen spezialisierte. Nach 1672, dem für Holland (und seinen Kunstmarkt) durch den Einmarsch der französischen Armee verheerenden Jahr, zogen Willem van de Velde d.Ä. und d. J. nach England, wo sie in den Dienst des englischen Königs Karl II. traten. Für ihre Tätigkeit wurden sie mit 100 Pfund jährlich entlohnt und durften anderweitig Aufträge annehmen. Willem van de Velde d. J. scheint nicht so oft auf See gezeichnet zu haben wie sein Vater, begleitete aber auch Fahrten der englischen Flotte. Historische Seeschlachten wurden meist Jahre nach dem Ereignis im Sinne verklärender Historienbilder dargestellt. Van de Velde d. J. ist v. a. für seine stimmungsvollen Darstellungen der windstillen See bekannt. In seiner florierenden Werkstatt beschäftigte er mehrere Schüler und Mitarbeiter.