Gerard ter Borch
Damenbildnis; 1675 - 1680
Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
Gerard ter Borch, …
Damenbildnis, 1675 - 1680
Eine vornehme Dame in Dreiviertelfigur steht neben einem Tisch, auf dem eine rote Samtdecke sowie ein Kopftuch aus schwarzer Seide liegen, und blickt den Betrachter mit der Andeutung eines Lächelns an. Ihre Haare stecken unter einer schwarzen Haube, an der Schläfe klebt ein Schönheitspflaster. Die kostbare schwarze Kleidung wird durch einen lang gezipfelten weißen Kragen mit Troddeln, weiße Manschetten und helle Handschuhe aufgelockert. Das von Gudlaugsson in die Mitte der 1670er Jahre datierte Damenbildnis zeigt alle Merkmale eines reifen Meisterwerks der Porträtkunst ter Borchs: die lebendige Wiedergabe einer Person, die feinmalerische Schilderung ihrer kostbaren Kleidung und scharf beobachtete Gesichtszüge sowie den Ausdruck einer in sich ruhenden Selbstgewissheit, der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite geschuldet. Ter Borchs Fähigkeit, soziale und individuelle Eigenschaften zu kombinieren, war eine wichtige Voraussetzung für seinen Erfolg als Porträtmaler. Ein auffälliges Indiz für den Reichtum der Porträtierten ist ihr aus edlem Stoff gefertigtes Gewand. Der Künstler besaß ein großes Können in der naturgetreuen Wiedergabe schwarzen Satins, den er wohl genau studierte. Er berücksichtigte die typischen Faltenstauchungen unterschiedlicher Stoffe (wie Leinen, Samt, Seide, Satin) und ihre jeweilige Art, das Licht zu reflektieren.(1) Die Kenntnis dieser optischen Effekte trug erheblich zur Überzeugungskraft seiner Porträts bei. Das Inkarnat ist mit extrem fein verriebenen Farben in den Hauttönen wiedergegeben.(2) Trotz aller Vergegenwärtigung wahrt das Bildnis durch die Einfügung der Figur in einen mit dem Tisch knapp bezeichneten, fast leeren Raum eine gewisse Distanz. Ursprünglich bildete ter Borchs Damenbildnis das Pendant zu einem Herrenbildnis, das sich ebenfalls in der Sammlung von Johann Carl Lampe in Leipzig befand, dem Vater des für die Gründungsgeschichte des Leipziger Museums so wichtigen Carl Lampe.(3) Bereits im Versteigerungskatalog der Lampeschen Sammlung von 1818 wurde die „ungemeine, von aller Aengstlichkeit freye Sorgfalt“ der miniaturartigen Malerei gepriesen. Ter Borch stand in der Mitte der 1670er Jahre auf der Höhe seines Ruhms. Er schuf Porträts von Prinz Willem III. und erhielt 1676 den Auftrag, sein Selbstbildnis für die Galerie Cosimo III. de’ Medici in Florenz zu malen.
Jan Nicolaisen
(1) Vgl. A. Wallert, Het wonderlijke satijn van Gerard ter Borch, in: Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, S. 32–41.
(2) Stilistisch vergleichbar ist das Porträt von Gerbrand Pancras, 1670 (Manchester City Galleries). Auch hier werden die Handgelenke betont, sind Knöchel, Finger und Hand weich modelliert. Vgl. Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, Nr. 49.
(3) Öl auf Holz, 38,5 × 30 cm, HdG 292, Gudlaugsson 1959/60, Bd. 2, Nr. 273 (Göteborg, Privatbesitz). Bis 1884 wurden die Pendants stets zusammen gezeigt. Während das Damenbildnis nach der Versteigerung der Slg. de Beurnonville, Paris, nach Leipzig zurückkehrte, wurde das Herrenbildnis von dem Berliner Sammler O. Wesendonck erworben, der es von 1904–09 dem Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, von 1912–35 dem Rheinischen Landesmuseum Bonn als Leihgabe zur Verfügung stellte. Nach der Versteigerung der Slg. Wesendonck geriet es über den New Yorker und Amsterdamer Kunsthandel nach Schweden, wo es 1986 von seinem jetzigen Besitzer erworben wurde.
Beteiligte Gerard ter Borch (1617 - 1681)
Titel Damenbildnis
Entstehungszeit 1675 - 1680
Systematik Gemälde
Material/Technik Öl auf Holz
Technik Ölmalerei
Signatur Bez. oberhalb des Tisches: GTB
Referenz Niederländische Malerei 33 (Bestandskatalog)
Creditline Museum der bildenden Künste Leipzig
Literatur Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012, S. 59, Kat. Nr. 33 Ausst.-Kat. Arthur K. Wheelock, Gerard ter Borch, Zwolle : Waanders, 2004., S. 32-41 Von Lucas Cranach bis Caspar David Friedrich, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, hrsg. von Herwig Guratzsch, Stuttgart 1994, Kat. Nr. 62 WVZ Sturla J. Gudlaugsson, Geraert ter Borch. I. Gerard ter Borch , 1, <br class="linefeed" />Den Haag : Martinus Nijhoff, 1959, ., S. 164, 397
Zitiervorschlag/Permalink Gerard ter Borch, Damenbildnis, 1675 - 1680, Öl auf Holz, Museum der bildenden Künste Leipzig, Copyright Abb. © Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND, https://mdbk-digital.de/detail/collection/fb6777c9-12e5-4210-a0f1-3218812913aa
Die Werkangaben auf MdbK [digital] entsprechen dem gegenwärtigen Stand der Forschung und werden laufend aktualisiert. Das MdbK forscht kontinuierlich zu seinem Bestand und dessen Provenienzen. Wir verpflichten uns dabei, die fach- und disziplinspezifischen Standards zu wahren. MdbK [digital] ist ein Instrument, diese Forschungsergebnisse sichtbar zu machen. Wenn Sie Fragen oder Hinweise zu den Objekten haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Gerard ter Borch
- Key: fb6777c9-12e5-4210-a0f1-3218812913aa
- Module_ref: collection
- Create_date: 2010-11-12T08:54:34Z
- Change_date: 2026-04-16T06:40:46Z
- Sync_date: 2026-09-20T20:33:26Z
- Container_S: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- Container_S_multi_facet: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- SimpleSearch: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 1067,Damenbildnis,Gemälde,Museum der bildenden Künste Leipzig,1675 - 1680,1675 - 1680,Bez. oberhalb des Tisches: GTB,Borch, Gerard ter,Damenbildnis,Bez. oberhalb des Tisches: GTB,G 1067,Niederländische Malerei 33,Ölmalerei,Eine vornehme Dame in Dreiviertelfigur steht neben einem Tisch, auf dem eine rote Samtdecke sowie ein Kopftuch aus schwarzer Seide liegen, und blickt den Betrachter mit der Andeutung eines Lächelns an. Ihre Haare stecken unter einer schwarzen Haube, an der Schläfe klebt ein Schönheitspflaster. Die kostbare schwarze Kleidung wird durch einen lang gezipfelten weißen Kragen mit Troddeln, weiße Manschetten und helle Handschuhe aufgelockert. Das von Gudlaugsson in die Mitte der 1670er Jahre datierte Damenbildnis zeigt alle Merkmale eines reifen Meisterwerks der Porträtkunst ter Borchs: die lebendige Wiedergabe einer Person, die feinmalerische Schilderung ihrer kostbaren Kleidung und scharf beobachtete Gesichtszüge sowie den Ausdruck einer in sich ruhenden Selbstgewissheit, der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite geschuldet. Ter Borchs Fähigkeit, soziale und individuelle Eigenschaften zu kombinieren, war eine wichtige Voraussetzung für seinen Erfolg als Porträtmaler. Ein auffälliges Indiz für den Reichtum der Porträtierten ist ihr aus edlem Stoff gefertigtes Gewand. Der Künstler besaß ein großes Können in der naturgetreuen Wiedergabe schwarzen Satins, den er wohl genau studierte. Er berücksichtigte die typischen Faltenstauchungen unterschiedlicher Stoffe (wie Leinen, Samt, Seide, Satin) und ihre jeweilige Art, das Licht zu reflektieren.(1) Die Kenntnis dieser optischen Effekte trug erheblich zur Überzeugungskraft seiner Porträts bei. Das Inkarnat ist mit extrem fein verriebenen Farben in den Hauttönen wiedergegeben.(2) Trotz aller Vergegenwärtigung wahrt das Bildnis durch die Einfügung der Figur in einen mit dem Tisch knapp bezeichneten, fast leeren Raum eine gewisse Distanz. Ursprünglich bildete ter Borchs Damenbildnis das Pendant zu einem Herrenbildnis, das sich ebenfalls in der Sammlung von Johann Carl Lampe in Leipzig befand, dem Vater des für die Gründungsgeschichte des Leipziger Museums so wichtigen Carl Lampe.(3) Bereits im Versteigerungskatalog der Lampeschen Sammlung von 1818 wurde die „ungemeine, von aller Aengstlichkeit freye Sorgfalt“ der miniaturartigen Malerei gepriesen. Ter Borch stand in der Mitte der 1670er Jahre auf der Höhe seines Ruhms. Er schuf Porträts von Prinz Willem III. und erhielt 1676 den Auftrag, sein Selbstbildnis für die Galerie Cosimo III. de’ Medici in Florenz zu malen. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. A. Wallert, Het wonderlijke satijn van Gerard ter Borch, in: Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, S. 32–41. <br class="linefeed" />(2) Stilistisch vergleichbar ist das Porträt von Gerbrand Pancras, 1670 (Manchester City Galleries). Auch hier werden die Handgelenke betont, sind Knöchel, Finger und Hand weich modelliert. Vgl. Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, Nr. 49. <br class="linefeed" />(3) Öl auf Holz, 38,5 × 30 cm, HdG 292, Gudlaugsson 1959/60, Bd. 2, Nr. 273 (Göteborg, Privatbesitz). Bis 1884 wurden die Pendants stets zusammen gezeigt. Während das Damenbildnis nach der Versteigerung der Slg. de Beurnonville, Paris, nach Leipzig zurückkehrte, wurde das Herrenbildnis von dem Berliner Sammler O. Wesendonck erworben, der es von 1904–09 dem Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, von 1912–35 dem Rheinischen Landesmuseum Bonn als Leihgabe zur Verfügung stellte. Nach der Versteigerung der Slg. Wesendonck geriet es über den New Yorker und Amsterdamer Kunsthandel nach Schweden, wo es 1986 von seinem jetzigen Besitzer erworben wurde.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,Ausst.-Kat. Arthur K. Wheelock, Gerard ter Borch, Zwolle : Waanders, 2004.,Von Lucas Cranach bis Caspar David Friedrich, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, hrsg. von Herwig Guratzsch, Stuttgart 1994,WVZ Sturla J. Gudlaugsson, Geraert ter Borch. I. Gerard ter Borch , 1, <br class="linefeed" />Den Haag : Martinus Nijhoff, 1959, .
- SimpleSearch2: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 1067,Damenbildnis,Gemälde,Museum der bildenden Künste Leipzig,1675 - 1680,1675 - 1680,Bez. oberhalb des Tisches: GTB,Borch, Gerard ter,Damenbildnis,Bez. oberhalb des Tisches: GTB,G 1067,Niederländische Malerei 33,Ölmalerei,Eine vornehme Dame in Dreiviertelfigur steht neben einem Tisch, auf dem eine rote Samtdecke sowie ein Kopftuch aus schwarzer Seide liegen, und blickt den Betrachter mit der Andeutung eines Lächelns an. Ihre Haare stecken unter einer schwarzen Haube, an der Schläfe klebt ein Schönheitspflaster. Die kostbare schwarze Kleidung wird durch einen lang gezipfelten weißen Kragen mit Troddeln, weiße Manschetten und helle Handschuhe aufgelockert. Das von Gudlaugsson in die Mitte der 1670er Jahre datierte Damenbildnis zeigt alle Merkmale eines reifen Meisterwerks der Porträtkunst ter Borchs: die lebendige Wiedergabe einer Person, die feinmalerische Schilderung ihrer kostbaren Kleidung und scharf beobachtete Gesichtszüge sowie den Ausdruck einer in sich ruhenden Selbstgewissheit, der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite geschuldet. Ter Borchs Fähigkeit, soziale und individuelle Eigenschaften zu kombinieren, war eine wichtige Voraussetzung für seinen Erfolg als Porträtmaler. Ein auffälliges Indiz für den Reichtum der Porträtierten ist ihr aus edlem Stoff gefertigtes Gewand. Der Künstler besaß ein großes Können in der naturgetreuen Wiedergabe schwarzen Satins, den er wohl genau studierte. Er berücksichtigte die typischen Faltenstauchungen unterschiedlicher Stoffe (wie Leinen, Samt, Seide, Satin) und ihre jeweilige Art, das Licht zu reflektieren.(1) Die Kenntnis dieser optischen Effekte trug erheblich zur Überzeugungskraft seiner Porträts bei. Das Inkarnat ist mit extrem fein verriebenen Farben in den Hauttönen wiedergegeben.(2) Trotz aller Vergegenwärtigung wahrt das Bildnis durch die Einfügung der Figur in einen mit dem Tisch knapp bezeichneten, fast leeren Raum eine gewisse Distanz. Ursprünglich bildete ter Borchs Damenbildnis das Pendant zu einem Herrenbildnis, das sich ebenfalls in der Sammlung von Johann Carl Lampe in Leipzig befand, dem Vater des für die Gründungsgeschichte des Leipziger Museums so wichtigen Carl Lampe.(3) Bereits im Versteigerungskatalog der Lampeschen Sammlung von 1818 wurde die „ungemeine, von aller Aengstlichkeit freye Sorgfalt“ der miniaturartigen Malerei gepriesen. Ter Borch stand in der Mitte der 1670er Jahre auf der Höhe seines Ruhms. Er schuf Porträts von Prinz Willem III. und erhielt 1676 den Auftrag, sein Selbstbildnis für die Galerie Cosimo III. de’ Medici in Florenz zu malen. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. A. Wallert, Het wonderlijke satijn van Gerard ter Borch, in: Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, S. 32–41. <br class="linefeed" />(2) Stilistisch vergleichbar ist das Porträt von Gerbrand Pancras, 1670 (Manchester City Galleries). Auch hier werden die Handgelenke betont, sind Knöchel, Finger und Hand weich modelliert. Vgl. Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, Nr. 49. <br class="linefeed" />(3) Öl auf Holz, 38,5 × 30 cm, HdG 292, Gudlaugsson 1959/60, Bd. 2, Nr. 273 (Göteborg, Privatbesitz). Bis 1884 wurden die Pendants stets zusammen gezeigt. Während das Damenbildnis nach der Versteigerung der Slg. de Beurnonville, Paris, nach Leipzig zurückkehrte, wurde das Herrenbildnis von dem Berliner Sammler O. Wesendonck erworben, der es von 1904–09 dem Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, von 1912–35 dem Rheinischen Landesmuseum Bonn als Leihgabe zur Verfügung stellte. Nach der Versteigerung der Slg. Wesendonck geriet es über den New Yorker und Amsterdamer Kunsthandel nach Schweden, wo es 1986 von seinem jetzigen Besitzer erworben wurde.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,Ausst.-Kat. Arthur K. Wheelock, Gerard ter Borch, Zwolle : Waanders, 2004.,Von Lucas Cranach bis Caspar David Friedrich, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, hrsg. von Herwig Guratzsch, Stuttgart 1994,WVZ Sturla J. Gudlaugsson, Geraert ter Borch. I. Gerard ter Borch , 1, <br class="linefeed" />Den Haag : Martinus Nijhoff, 1959, .
- Type_S: MdbK Gemälde
- Type_S_multi_facet: MdbK Gemälde
- TypeKey_s: 028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6
- InventoryNumber_S: G 1067
- InventoryNumber_S_sort: G 1067
- InventoryNumberSearch_S: G 1067
- Title_S: Damenbildnis
- Title_S_sort: Damenbildnis
- Systematic_S: Gemälde
- Systematic_multi_facet: Gemälde
- Systematic_multi_facet_filter: Gemälde
- NumberOfObjects_S: 1
- Creditline_S: Museum der bildenden Künste Leipzig
- PurchaseNote_S: 1916 Erwerbung aus der Sammlung Alfred Thieme, Leipzig
- Field_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: - 18.01. - 26.11.01 Ständige Ausstellung 15. - 18. Jh.<br class="linefeed" />- s/w + ekta + Maße<br class="linefeed" /><br class="linefeed" /><br class="linefeed" />es gibt ein männliches Gegenstück (HdG No 352, das aber schon nicht mehr in der Sammlung Thieme war, die zwei Bilder sind offensichtlich schon früher getrennt worden
- Label_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Objektgesch. (intern)
- Label_A02_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (extern)
- Field_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: Provenienz geprüft - unkritisch (Provenienzampel grün)<br class="linefeed" />"Erw. 1916 aus der Sammlung Galerie Alfred Thieme, Leipzig"<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />1912: Smlg. Alfred Thieme, Leipzig (HdG, Bd. 5, No 389, S.122/123)<br class="linefeed" />1889: ausgestellt in Leipzig, No 240 (Angabe HdG, Bd. 5, 1912, S.123)<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />weitere Provenienzangaben bei HdG, noch ergänzen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Aus dem Pariser Kunsthandel 1887 durch Alfred Thieme, Leipzig, erworben."<br class="linefeed" />Sammlung Amédée Gautray, Paris, Versteigerung 3.6.1884, Nr. 329; stets zusammen mit Gegenstück<br class="linefeed" />Sammlung Principe Zampieri, Bologna; <br class="linefeed" />Seit mindestens 1814 Sammlung J.C. Lampe, Leipzig, Versteigerung Leipzig 17.5.1819, Nr. 95<br class="linefeed" /><br class="linefeed" /><br class="linefeed" />
- Label_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (intern)
- Label_A07_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Bearbeitung
- Label_A08_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Literatur (intern)
- Label_B01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Technol. Befund Rest.
- Label_B03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Rückseitenautopsie
- Dating_S: 1675 - 1680
- Dating_zeit: 1675 - 1680
- Dating_S2: 1675 - 1680
- YearFrom_I: 1675
- YearTo_I: 1680
- Signatures_Search_S: Bez. oberhalb des Tisches: GTB
- InventoryNumbers_Search_S: G 1067
- OtherNumbers_Search_S: Niederländische Malerei 33
- MaterialTechnique_Search_S: Ölmalerei
- MTS_multi_facet: Ölmalerei
- MTS_multi_facet2: Ölmalerei
- Subjects_Search_S: Borch, Gerard ter
- Subjects_multi_facet: Borch, Gerard ter
- Subjects_multi_facet_filter: Borch, Gerard ter
- Literature_Search_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012; Ausst.-Kat. Arthur K. Wheelock, Gerard ter Borch, Zwolle : Waanders, 2004.; Von Lucas Cranach bis Caspar David Friedrich, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, hrsg. von Herwig Guratzsch, Stuttgart 1994; WVZ Sturla J. Gudlaugsson, Geraert ter Borch. I. Gerard ter Borch , 1, <br class="linefeed" />Den Haag : Martinus Nijhoff, 1959, .
- lists_s: Titles,Signatures,GeographicReferences,InventoryNumbers,OtherNumbers,KeywordChain,MaterialTechnique,Dimensions,Dating,Texts,ObjectRelations,Subjects,Literature,Exhibitions,Uri,WebLinks,Media
- list_Titles_I: 1
- Titles_Type_0_S: Originaltitel
- Titles_Text_0_S: Damenbildnis
- list_Signatures_I: 1
- Signatures_Type_0_S: Ausgabe
- Signatures_Text_0_S: Bez. oberhalb des Tisches: GTB
- list_GeographicReferences_I: 0
- list_InventoryNumbers_I: 1
- InventoryNumbers_Type_0_S: Inventar Nr. (aktuell)
- InventoryNumbers_Text_0_S: G 1067
- list_OtherNumbers_I: 1
- OtherNumbers_Type_0_S: Bestandskatalog
- OtherNumbers_Text_0_S: Niederländische Malerei 33
- list_KeywordChain_I: 0
- list_MaterialTechnique_I: 2
- MaterialTechnique_Type_0_S: Material / Technik
- MaterialTechnique_Remark_0_S: Öl auf Holz
- MTR_multi_facet: Öl auf Holz
- MTR_multi_facet2: Öl auf Holz
- MaterialTechnique_Type_1_S: Technik
- MaterialTechnique_Text_1_S: Ölmalerei
- MTL_multi_facet: Ölmalerei
- MTL_multi_facet2: Ölmalerei
- list_Dimensions_I: 1
- Dimensions_Type_0_S: Bildmaß
- Dimensions_Dimension_0_S: 40 x 30,6 cm
- list_Dating_I: 1
- Dating_Dating_0_S: 1675 - 1680
- Dating_DayFrom_0_I: 1
- Dating_MonthFrom_0_I: 1
- Dating_YearFrom_0_I: 1675
- Dating_DayTo_0_I: 31
- Dating_MonthTo_0_I: 12
- Dating_YearTo_0_I: 1680
- list_Texts_I: 1
- Texts_Type_0_S: Onlinedatenbank Text deutsch
- Texts_Language_0_S: de
- Texts_LongText_0_S: Eine vornehme Dame in Dreiviertelfigur steht neben einem Tisch, auf dem eine rote Samtdecke sowie ein Kopftuch aus schwarzer Seide liegen, und blickt den Betrachter mit der Andeutung eines Lächelns an. Ihre Haare stecken unter einer schwarzen Haube, an der Schläfe klebt ein Schönheitspflaster. Die kostbare schwarze Kleidung wird durch einen lang gezipfelten weißen Kragen mit Troddeln, weiße Manschetten und helle Handschuhe aufgelockert. Das von Gudlaugsson in die Mitte der 1670er Jahre datierte Damenbildnis zeigt alle Merkmale eines reifen Meisterwerks der Porträtkunst ter Borchs: die lebendige Wiedergabe einer Person, die feinmalerische Schilderung ihrer kostbaren Kleidung und scharf beobachtete Gesichtszüge sowie den Ausdruck einer in sich ruhenden Selbstgewissheit, der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite geschuldet. Ter Borchs Fähigkeit, soziale und individuelle Eigenschaften zu kombinieren, war eine wichtige Voraussetzung für seinen Erfolg als Porträtmaler. Ein auffälliges Indiz für den Reichtum der Porträtierten ist ihr aus edlem Stoff gefertigtes Gewand. Der Künstler besaß ein großes Können in der naturgetreuen Wiedergabe schwarzen Satins, den er wohl genau studierte. Er berücksichtigte die typischen Faltenstauchungen unterschiedlicher Stoffe (wie Leinen, Samt, Seide, Satin) und ihre jeweilige Art, das Licht zu reflektieren.(1) Die Kenntnis dieser optischen Effekte trug erheblich zur Überzeugungskraft seiner Porträts bei. Das Inkarnat ist mit extrem fein verriebenen Farben in den Hauttönen wiedergegeben.(2) Trotz aller Vergegenwärtigung wahrt das Bildnis durch die Einfügung der Figur in einen mit dem Tisch knapp bezeichneten, fast leeren Raum eine gewisse Distanz. Ursprünglich bildete ter Borchs Damenbildnis das Pendant zu einem Herrenbildnis, das sich ebenfalls in der Sammlung von Johann Carl Lampe in Leipzig befand, dem Vater des für die Gründungsgeschichte des Leipziger Museums so wichtigen Carl Lampe.(3) Bereits im Versteigerungskatalog der Lampeschen Sammlung von 1818 wurde die „ungemeine, von aller Aengstlichkeit freye Sorgfalt“ der miniaturartigen Malerei gepriesen. Ter Borch stand in der Mitte der 1670er Jahre auf der Höhe seines Ruhms. Er schuf Porträts von Prinz Willem III. und erhielt 1676 den Auftrag, sein Selbstbildnis für die Galerie Cosimo III. de’ Medici in Florenz zu malen. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. A. Wallert, Het wonderlijke satijn van Gerard ter Borch, in: Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, S. 32–41. <br class="linefeed" />(2) Stilistisch vergleichbar ist das Porträt von Gerbrand Pancras, 1670 (Manchester City Galleries). Auch hier werden die Handgelenke betont, sind Knöchel, Finger und Hand weich modelliert. Vgl. Ausst.-Kat. Washington/Detroit 2004/05, Nr. 49. <br class="linefeed" />(3) Öl auf Holz, 38,5 × 30 cm, HdG 292, Gudlaugsson 1959/60, Bd. 2, Nr. 273 (Göteborg, Privatbesitz). Bis 1884 wurden die Pendants stets zusammen gezeigt. Während das Damenbildnis nach der Versteigerung der Slg. de Beurnonville, Paris, nach Leipzig zurückkehrte, wurde das Herrenbildnis von dem Berliner Sammler O. Wesendonck erworben, der es von 1904–09 dem Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, von 1912–35 dem Rheinischen Landesmuseum Bonn als Leihgabe zur Verfügung stellte. Nach der Versteigerung der Slg. Wesendonck geriet es über den New Yorker und Amsterdamer Kunsthandel nach Schweden, wo es 1986 von seinem jetzigen Besitzer erworben wurde.
- list_ObjectRelations_I: 0
- list_Subjects_I: 1
- Subjects_Key_0_S: 365186c1-b74b-4841-9201-3629783fd4f8
- Subjects_Key_all_S: 365186c1-b74b-4841-9201-3629783fd4f8
- Subjects_Type_0_S: Person
- Subjects_Name_0_S: Borch
- Subjects_FirstName_0_S: Gerard ter
- Subjects_SortedName_0_S: Borch, Gerard ter
- FullNameSorted_S_sort: Borch, Gerard ter
- P_S_sort: Borch, Gerard ter
- Subjects_DatingType_0_S: Lebensdaten
- Subjects_Dating_0_S: 1617 - 1681
- Subjects_YearFrom_0_S: 1617
- Subjects_YearTo_0_S: 1681
- Subjects_MonthTo_0_S: 12
- Subjects_DayTo_0_S: 8
- Subjects_GeoRefFrom_0_S: Zwolle
- Subjects_GeoRefTo_0_S: Deventer
- list_Literature_I: 4
- Literature_Publication_0_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012
- Literature_Mentioned_0_s: 59
- Literature_CatalogNumber_0_s: 33
- Literature_Publication_1_S: Ausst.-Kat. Arthur K. Wheelock, Gerard ter Borch, Zwolle : Waanders, 2004.
- Literature_Mentioned_1_s: 32-41
- Literature_Publication_2_S: Von Lucas Cranach bis Caspar David Friedrich, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, hrsg. von Herwig Guratzsch, Stuttgart 1994
- Literature_CatalogNumber_2_s: 62
- Literature_Publication_3_S: WVZ Sturla J. Gudlaugsson, Geraert ter Borch. I. Gerard ter Borch , 1, <br class="linefeed" />Den Haag : Martinus Nijhoff, 1959, .
- Literature_Mentioned_3_s: 164, 397
- list_Exhibitions_I: 0
- list_Uri_I: 0
- list_WebLinks_I: 0
- list_Media_I: 1
- Media_Key_0_s: 7e3f6ce7-cf2c-44f9-9fa2-490d3a4cd9c3
- Media_Type_0_S: Bild
- Media_License_0_S: CC BY-NC-ND
- Media_Creator_0_S: InGestalt/Michael Ehritt
- Media_Copyright_0_S: Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
- _version_: 1876884786592612400