Objektabbildung zoomen

Francisco de Goya,  
Tristes presentimientos de lo que ha de acontecer., 1863

 

In dieser Folge hielt Goya die Schrecken des Spanisch-Französischen Krieges (1808–1814) und die Nachkriegsjahre mit gesellschaftskritischen und psychologisierenden Darstellungen fest. Über 10 Jahre arbeitete Goya, wenn auch mit Unterbrechungen, an den Radierungen. Die Folge besteht aus drei Gruppen, von denen sich die erste (Blatt 2–47) dem Krieg in Spanien widmet, der in allen nur denkbaren grausamen Facetten dargestellt wird. Danach folgen Radierungen (Blatt 48–64), die die Hungersnot in Madrid von September 1811 bis August 1812 thematisieren. Mehr als 20.000 Menschen starben. Die letzten Werke (Blatt 65–80), die zeitlich zuletzt zwischen 1820 und 1823 entstanden, werden als „Caprichos enfáticos“ zusammengefasst. Sie nehmen Bezug auf die Exzesse der Herrschaft der Franzosen als auch das Unterdrückungsregiment, das Ferdinand VII. nach seiner Rückkehr 1814 errichtete. Rätselhafte Parabeln sind zu sehen, in denen Menschen und Tiere, Franzosen und Spanier agieren. Wobei die letzten zwei Blätter Goyas Hoffnung auf eine Möglichkeit des politischen Wandels andeuten.

Zu Lebzeiten Goyas wurde keine Ausgabe publiziert, da eine Veröffentlichung während der zweiten Herrschaft Ferdinands VII. (1784–1833) in den Jahren von 1813 bis 1833 zu gefährlich gewesen wäre. Als Goya 1824 Spanien verließ, schenkte er die Druckplatten seinem Sohn Francisco Javier (1784–1854). Aus dem Nachlass gelangten diese 1862 an die Real Academia in Madrid, die 1863 eine erste Auflage von 500 Exemplaren drucken ließ. Die Platten erhielten dabei ihre endgültige Nummerierung auf dem Plattenrand oben links. Bis 1937 wurden insgesamt sieben Ausgaben publiziert.

Systematik Druckgrafik

Material/Technik Radierung, Kaltnadel

Maße 24,5 x 34,5 cm (Blattmaß) 17,5 x 22 cm (Platten- / Stein- / Stockmaß) 14,7 x 18,8 cm (Darstellungsmaß)

Inventar-Nr. LV 433 / 1