Gian Jacopo Caraglio, Giovanni Battista de Rossi (nach ?), Enea Vico (?)
Apoll, die Musen und die Töchter des Pieros; 1524
Museum der bildenden Künste Leipzig, Lizenz: CC BY-NC-ND
Gian Jacopo Caraglio, Giovanni Battista de Rossi (nach ?), Enea Vico (?), …
Apoll, die Musen und die Töchter des Pieros, 1524
Dargestellt ist der Sangeswettstreit der neun Musen mit den Töchtern des Peiros und der Euippe, den sog. Emathiden, wie er ausführlich von Ovid in den Metamorphosen geschildert wird. Im Beisein des Apollon Musagetes, der Athena, des Ares und der als Kampfrichterin eingesetzten Nymphen findet der durch die Pieriden heraufbeschworene Wettkampf statt. Die neun, in unordentliche Gewänder gehüllten Frauen stehen auf der rechten Seite. Ihre Vertreterin hat ihr mit dem Tambourin begleitetes Lied bereits beendet. Links stehen die Musen, deren Sängerin Calliope soeben ihr Lied mit der Lyra vorträgt. Die Musen sind unbekleidet, was die Wahrheit und Schönheit ihres Vortrages unterstreichen soll. Aufgrund der Gottlosigkeit ihre Liedes verlieren die Pieriden den Wettkampf und werden dafür - gleich den ebenfalls in einem weiteren Streit unterlegenen Sirenen - hart betraft. Sie werden in geschwätzige Elstern verwandelt. Im Gegensatz zur literarischen Vorlage Ovids, lässt Rosso Apoll anscheinend den Befehl zur Verwandlung der Pieriden in diesem Moment aussprechen.
Der Kopf der zweiten männlichen Figur zur Rechten Apolls und das Gesicht der ganz am rechten Rand stehenden Emathide sind auch im zweiten, hier vorliegenden Zustand nicht vollendet. Die Platte wurde 1553 von Enea Vico überarbeitet. Die Zeichnungsvorlage stammt von Giovanni Battista Rosso, gen. Il Rosso Fiorentino [...].
Bei diesem Stich ist, wie bei einer überraschend großen Anzahl weiterer Blätter der Sammlung, die alte Montierung Maximilian Speck von Sternburgs noch erhalten. Mit großem Aufwand und mit Hilfe des "Peintre Graveur" des Adam Bartsch ist der auf dünnen Karton aufgeklebte Stich mit schwarzer Feder fein mit einer Rahmung versehen und dem Wissensstand der Zeit entsprechend ausführlich beschriftet. Links der Urheber der Vorlage, in der Mitte der Titel des Blattes - Bartsch folgend in französischer Sprache und mit dem Zusatz "Estampes tres rare" versehen - und auf der rechten Seite die Angabe des Stechernamens. Außerhalb der Rahmung ist am unteren Rand zudem noch der entsprechende Band des Bartsch mit Angabe der Verzeichnisnummer angebracht.
A. S. [Kat. SpSt (1998), S.434-435]
Beteiligte Gian Jacopo Caraglio (um 1505 - 1565), Stecher Giovanni Battista de Rossi (um 1601 - 1678), nach ?, Inventor Enea Vico (1523 - 1567), ?, Zeichner
Titel Apoll, die Musen und die Töchter des Pieros
Zusatztitel Die Herausforderung der Pieriden
Entstehungszeit 1524
Systematik Druckgrafik
Material/Technik Radierung und Kupferstich
Technik Radierung Kupferstich
Signatur Bez. in der Platte u.: AVSAE CVM MVSIS COMMITTERE PROELIA VOCE VICTAE NVNC VOLITANT IMMITANTES OMNIA PICAE
Referenz SpSt (1998) III/40 (Bestandskatalog)
Creditline Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig
Provenienz
1996 – heute: Museum der bildenden Künste Leipzig, Dauerleihgabe der Maximilian Speck von Sternburg Stiftung, Leipzig
1996: Restitution an die Erbengemeinschaft Speck von Sternburg
1952: Inventarisierung durch das MdbK
1945 – 1952: Verwahrung durch das MdbK
1945: Beschlagnahme der Sammlung Speck von Sternburg im Zuge der Bodenreform [1]
bis 1945: Kunstsammlung der Familie Speck von Sternburg, Lützschena (Ortsteil von Leipzig)
Quellen:
[1] MdbK Archiv, Karton 145, Speck von Sternburg-Archiv: Schriftwechsel 1929-1964
Zitiervorschlag/Permalink Gian Jacopo Caraglio, Giovanni Battista de Rossi, Enea Vico, Apoll, die Musen und die Töchter des Pieros, 1524, Radierung und Kupferstich, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Copyright Abb. © Museum der bildenden Künste Leipzig, Lizenz: CC BY-NC-ND, https://mdbk-digital.de/detail/collection/db46133e-cb44-49c5-a952-74f2aa71eef1
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Gian Jacopo Caraglio
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