Ludolf Backhuysen
Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten; 1673
Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
Ludolf Backhuysen, …
Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten, 1673
Von einer Befestigungsmauer blickt man über den Fluss IJ Richtung Norden. Im Vordergrund steht eine bronzene Kanone auf einem detailliert geschilderten Unterbau, dem Barbette. Gegen das rechte Rad sind der Anzünder und Wischer gelehnt, die Gerätschaften zum Laden. Das Zündgut ist durch einen hölzernen Deckel über dem Rohr geschützt. Daneben sitzen einige Soldaten und spielen Karten. Vorne liegt eine Kiste, gefüllt mit Kanonenkugeln. Rechts hält ein Soldat neben einem drehbaren Wachhäuschen mit erhobener Pike Wacht. Er ist, im Unterschied zu den halbverschatteten Soldaten unter der Kanone, als Silhouette vor dem Himmel hervorgehoben. Das Bild ist während des Krieges der Vereinigten Niederlande gegen die Allianz aus Frankreich, England und den Bistümern Münster und Köln (1672–74) entstanden. Am 6. April 1672 hatte der französische König Ludwig XIV. den Vereinigten Niederlanden den Krieg erklärt. Die französische Invasionsarmee bestand aus 118.000 Mann Infanterie und 12.500 Mann Kavallerie (viermal so viel wie die holländische Armee aufzuweisen hatte). Im Mai, Juni und August 1673 versuchte die anglofranzösische Flotte in mehreren großen Seeschlachten, die niederländische Flotte zu zerstören, um auch von See aus eine Invasionsarmee an Land zu setzen.(1) Durch das Fluten ganzer Landstriche konnte der Vormarsch des feindlichen Heeres nach Amsterdam verhindert werden. Backhuysen schuf das 1673 datierte Bild in einer Zeit großer äußerer Bedrohung und innerer politischer Unruhen. Seit dem Kriegsausbruch wurden im Sommer 1672 die verwahrlosten Verteidigungswälle von Amsterdam instand gesetzt. 1673 erschien ein Stadtplan, der die exakte Verteilung der unterschiedlichen Milizen zur Verteidigung der Stadt in den unterschiedlichen Stadtteilen auflistete.(2) Das Gemälde wurde mit einer Zeichnung vorbereitet, die Backhuysen wohl vor Ort ausgeführt hat.(3) Der Künstler griff für die Komposition auf verschiedene Vorbilder zurück. Die Figur des wachhabenden Soldaten scheint er zum einen der patriotisch geprägten Ikonografie von Amsterdamer Stadtplänen entlehnt zu haben.(4) Zum anderen orientierte er sich an der Tradition von Wachstubenbildern der Genremalerei, die den Zeitvertreib und mitunter die Pflichtvergessenheit von Soldaten vor Augen führen. Das Kartenspiel, das im Schatten der Kanone stattfindet, bringt die Stimmung eines vorläufigen und gefährdeten Friedens zum Ausdruck, der so unsicher ist wie das trügerische Glück der Karten. Der Gegensatz von Kartenspiel und Wache, von schlaff hängenden Segeln bei Windstille und geladener Kanone ist als ein mahnender Apell zur „Vigilia“, zur Wachsamkeit, zu interpretieren. Backhuysen stilisierte mit seinem Sinn für Dramatik das Motiv des wachhabenden Soldaten zu einer Pathosfigur patriotischer Wachsamkeit.
Jan Nicolaisen
(1) Vgl. Israel 1998, S. 812.
(2) N. Visscher u. N. van der Heyden, Stadtplan mit Verteidigungsplan zu Zeiten von starkem Frost, 1673, Radierung, Kupferstich, Feder und Pinsel in verschiedenen Farben, Amsterdam, Stadsarchief; vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 50.
(3) Amsterdam, Historisch Museum, Inv.-Nr. A 10111, vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam/Emden 1985, S. 91, Nr. T 7.
(4) Die Figur taucht auf älteren Stadtplänen Amsterdams auf dem gleichen Bollwerk auf. Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 13C.
Beteiligte Ludolf Backhuysen (1630 - 1708)
Titel Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten
Entstehungszeit 1673
Systematik Gemälde
Material/Technik Öl auf Leinwand
Technik Ölmalerei
Signatur Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.
Referenz Niederländische Malerei 8 (Bestandskatalog)
Creditline Museum der bildenden Künste Leipzig
Literatur Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012, S. 37, Kat. Nr. 8 Ausst.-Kat. Boudewijn Bakker, Erik Schmitz, Het aanzien van Amsterdam, hrsg. von Norbert Middelkoop, Jaap Evert Abrahamse, Deirdre Carasso, Wouter Kloek, Leonoor van Oosterzee, Pieter Roelofs, Bussum : Thoth, 2007., Kat. Nr. 13C Jonathan I. Israel, The Dutch Republic, Oxford : Clarendon Press, 1998 (The Oxford history of early modern Europe), S. 812 Ausst.-Kat. Henri Nannen, Ludolf Bakhuizen 1631 - 1708 : schryfmeester - teyckenaer - schilder, <br class="linefeed" />Emden : Ludolf Backhuysen Gesellschaft, 1985., S. 53 Ausst.-Kat. Ludolf Backhuysen. Emden 1630 - Amsterdam 1708. Ein Versuch, Leben und Werk des Künstlers zu beschreiben, hrsg. von Henri Nannen, Emden : Ludolf-Backhuysen-Gesellschaft, 1985., S. 37, Kat. Nr. S 14
Zitiervorschlag/Permalink Ludolf Backhuysen, Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten, 1673, Öl auf Leinwand, Museum der bildenden Künste Leipzig, Copyright Abb. © Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND, https://mdbk-digital.de/detail/collection/be3f6c58-c0b1-40f2-a9fa-21b069c11338
Die Werkangaben auf MdbK [digital] entsprechen dem gegenwärtigen Stand der Forschung und werden laufend aktualisiert. Das MdbK forscht kontinuierlich zu seinem Bestand und dessen Provenienzen. Wir verpflichten uns dabei, die fach- und disziplinspezifischen Standards zu wahren. MdbK [digital] ist ein Instrument, diese Forschungsergebnisse sichtbar zu machen. Wenn Sie Fragen oder Hinweise zu den Objekten haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Ludolf Backhuysen
- Key: be3f6c58-c0b1-40f2-a9fa-21b069c11338
- Module_ref: collection
- Create_date: 2010-11-12T08:54:03Z
- Change_date: 2025-08-19T22:00:00Z
- Sync_date: 2026-09-20T20:35:43Z
- Container_S: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- Container_S_multi_facet: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- SimpleSearch: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 870,Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten,Gemälde,Museum der bildenden Künste Leipzig,1673,1673,Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.,Backhuysen, Ludolf,Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten,Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.,G 870,Niederländische Malerei 8,Ölmalerei,Von einer Befestigungsmauer blickt man über den Fluss IJ Richtung Norden. Im Vordergrund steht eine bronzene Kanone auf einem detailliert geschilderten Unterbau, dem Barbette. Gegen das rechte Rad sind der Anzünder und Wischer gelehnt, die Gerätschaften zum Laden. Das Zündgut ist durch einen hölzernen Deckel über dem Rohr geschützt. Daneben sitzen einige Soldaten und spielen Karten. Vorne liegt eine Kiste, gefüllt mit Kanonenkugeln. Rechts hält ein Soldat neben einem drehbaren Wachhäuschen mit erhobener Pike Wacht. Er ist, im Unterschied zu den halbverschatteten Soldaten unter der Kanone, als Silhouette vor dem Himmel hervorgehoben. Das Bild ist während des Krieges der Vereinigten Niederlande gegen die Allianz aus Frankreich, England und den Bistümern Münster und Köln (1672–74) entstanden. Am 6. April 1672 hatte der französische König Ludwig XIV. den Vereinigten Niederlanden den Krieg erklärt. Die französische Invasionsarmee bestand aus 118.000 Mann Infanterie und 12.500 Mann Kavallerie (viermal so viel wie die holländische Armee aufzuweisen hatte). Im Mai, Juni und August 1673 versuchte die anglofranzösische Flotte in mehreren großen Seeschlachten, die niederländische Flotte zu zerstören, um auch von See aus eine Invasionsarmee an Land zu setzen.(1) Durch das Fluten ganzer Landstriche konnte der Vormarsch des feindlichen Heeres nach Amsterdam verhindert werden. Backhuysen schuf das 1673 datierte Bild in einer Zeit großer äußerer Bedrohung und innerer politischer Unruhen. Seit dem Kriegsausbruch wurden im Sommer 1672 die verwahrlosten Verteidigungswälle von Amsterdam instand gesetzt. 1673 erschien ein Stadtplan, der die exakte Verteilung der unterschiedlichen Milizen zur Verteidigung der Stadt in den unterschiedlichen Stadtteilen auflistete.(2) Das Gemälde wurde mit einer Zeichnung vorbereitet, die Backhuysen wohl vor Ort ausgeführt hat.(3) Der Künstler griff für die Komposition auf verschiedene Vorbilder zurück. Die Figur des wachhabenden Soldaten scheint er zum einen der patriotisch geprägten Ikonografie von Amsterdamer Stadtplänen entlehnt zu haben.(4) Zum anderen orientierte er sich an der Tradition von Wachstubenbildern der Genremalerei, die den Zeitvertreib und mitunter die Pflichtvergessenheit von Soldaten vor Augen führen. Das Kartenspiel, das im Schatten der Kanone stattfindet, bringt die Stimmung eines vorläufigen und gefährdeten Friedens zum Ausdruck, der so unsicher ist wie das trügerische Glück der Karten. Der Gegensatz von Kartenspiel und Wache, von schlaff hängenden Segeln bei Windstille und geladener Kanone ist als ein mahnender Apell zur „Vigilia“, zur Wachsamkeit, zu interpretieren. Backhuysen stilisierte mit seinem Sinn für Dramatik das Motiv des wachhabenden Soldaten zu einer Pathosfigur patriotischer Wachsamkeit. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. Israel 1998, S. 812. <br class="linefeed" />(2) N. Visscher u. N. van der Heyden, Stadtplan mit Verteidigungsplan zu Zeiten von starkem Frost, 1673, Radierung, Kupferstich, Feder und Pinsel in verschiedenen Farben, Amsterdam, Stadsarchief; vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 50. <br class="linefeed" />(3) Amsterdam, Historisch Museum, Inv.-Nr. A 10111, vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam/Emden 1985, S. 91, Nr. T 7. <br class="linefeed" />(4) Die Figur taucht auf älteren Stadtplänen Amsterdams auf dem gleichen Bollwerk auf. Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 13C.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,Ausst.-Kat. Boudewijn Bakker, Erik Schmitz, Het aanzien van Amsterdam, hrsg. von Norbert Middelkoop, Jaap Evert Abrahamse, Deirdre Carasso, Wouter Kloek, Leonoor van Oosterzee, Pieter Roelofs, Bussum : Thoth, 2007.,Jonathan I. Israel, The Dutch Republic, Oxford : Clarendon Press, 1998 (The Oxford history of early modern Europe),Ausst.-Kat. Henri Nannen, Ludolf Bakhuizen 1631 - 1708 : schryfmeester - teyckenaer - schilder, <br class="linefeed" />Emden : Ludolf Backhuysen Gesellschaft, 1985.,Ausst.-Kat. Ludolf Backhuysen. Emden 1630 - Amsterdam 1708. Ein Versuch, Leben und Werk des Künstlers zu beschreiben, hrsg. von Henri Nannen, Emden : Ludolf-Backhuysen-Gesellschaft, 1985.
- SimpleSearch2: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 870,Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten,Gemälde,Museum der bildenden Künste Leipzig,1673,1673,Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.,Backhuysen, Ludolf,Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten,Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.,G 870,Niederländische Malerei 8,Ölmalerei,Von einer Befestigungsmauer blickt man über den Fluss IJ Richtung Norden. Im Vordergrund steht eine bronzene Kanone auf einem detailliert geschilderten Unterbau, dem Barbette. Gegen das rechte Rad sind der Anzünder und Wischer gelehnt, die Gerätschaften zum Laden. Das Zündgut ist durch einen hölzernen Deckel über dem Rohr geschützt. Daneben sitzen einige Soldaten und spielen Karten. Vorne liegt eine Kiste, gefüllt mit Kanonenkugeln. Rechts hält ein Soldat neben einem drehbaren Wachhäuschen mit erhobener Pike Wacht. Er ist, im Unterschied zu den halbverschatteten Soldaten unter der Kanone, als Silhouette vor dem Himmel hervorgehoben. Das Bild ist während des Krieges der Vereinigten Niederlande gegen die Allianz aus Frankreich, England und den Bistümern Münster und Köln (1672–74) entstanden. Am 6. April 1672 hatte der französische König Ludwig XIV. den Vereinigten Niederlanden den Krieg erklärt. Die französische Invasionsarmee bestand aus 118.000 Mann Infanterie und 12.500 Mann Kavallerie (viermal so viel wie die holländische Armee aufzuweisen hatte). Im Mai, Juni und August 1673 versuchte die anglofranzösische Flotte in mehreren großen Seeschlachten, die niederländische Flotte zu zerstören, um auch von See aus eine Invasionsarmee an Land zu setzen.(1) Durch das Fluten ganzer Landstriche konnte der Vormarsch des feindlichen Heeres nach Amsterdam verhindert werden. Backhuysen schuf das 1673 datierte Bild in einer Zeit großer äußerer Bedrohung und innerer politischer Unruhen. Seit dem Kriegsausbruch wurden im Sommer 1672 die verwahrlosten Verteidigungswälle von Amsterdam instand gesetzt. 1673 erschien ein Stadtplan, der die exakte Verteilung der unterschiedlichen Milizen zur Verteidigung der Stadt in den unterschiedlichen Stadtteilen auflistete.(2) Das Gemälde wurde mit einer Zeichnung vorbereitet, die Backhuysen wohl vor Ort ausgeführt hat.(3) Der Künstler griff für die Komposition auf verschiedene Vorbilder zurück. Die Figur des wachhabenden Soldaten scheint er zum einen der patriotisch geprägten Ikonografie von Amsterdamer Stadtplänen entlehnt zu haben.(4) Zum anderen orientierte er sich an der Tradition von Wachstubenbildern der Genremalerei, die den Zeitvertreib und mitunter die Pflichtvergessenheit von Soldaten vor Augen führen. Das Kartenspiel, das im Schatten der Kanone stattfindet, bringt die Stimmung eines vorläufigen und gefährdeten Friedens zum Ausdruck, der so unsicher ist wie das trügerische Glück der Karten. Der Gegensatz von Kartenspiel und Wache, von schlaff hängenden Segeln bei Windstille und geladener Kanone ist als ein mahnender Apell zur „Vigilia“, zur Wachsamkeit, zu interpretieren. Backhuysen stilisierte mit seinem Sinn für Dramatik das Motiv des wachhabenden Soldaten zu einer Pathosfigur patriotischer Wachsamkeit. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. Israel 1998, S. 812. <br class="linefeed" />(2) N. Visscher u. N. van der Heyden, Stadtplan mit Verteidigungsplan zu Zeiten von starkem Frost, 1673, Radierung, Kupferstich, Feder und Pinsel in verschiedenen Farben, Amsterdam, Stadsarchief; vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 50. <br class="linefeed" />(3) Amsterdam, Historisch Museum, Inv.-Nr. A 10111, vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam/Emden 1985, S. 91, Nr. T 7. <br class="linefeed" />(4) Die Figur taucht auf älteren Stadtplänen Amsterdams auf dem gleichen Bollwerk auf. Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 13C.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,Ausst.-Kat. Boudewijn Bakker, Erik Schmitz, Het aanzien van Amsterdam, hrsg. von Norbert Middelkoop, Jaap Evert Abrahamse, Deirdre Carasso, Wouter Kloek, Leonoor van Oosterzee, Pieter Roelofs, Bussum : Thoth, 2007.,Jonathan I. Israel, The Dutch Republic, Oxford : Clarendon Press, 1998 (The Oxford history of early modern Europe),Ausst.-Kat. Henri Nannen, Ludolf Bakhuizen 1631 - 1708 : schryfmeester - teyckenaer - schilder, <br class="linefeed" />Emden : Ludolf Backhuysen Gesellschaft, 1985.,Ausst.-Kat. Ludolf Backhuysen. Emden 1630 - Amsterdam 1708. Ein Versuch, Leben und Werk des Künstlers zu beschreiben, hrsg. von Henri Nannen, Emden : Ludolf-Backhuysen-Gesellschaft, 1985.
- Type_S: MdbK Gemälde
- Type_S_multi_facet: MdbK Gemälde
- TypeKey_s: 028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6
- InventoryNumber_S: G 870
- InventoryNumber_S_sort: G 870
- InventoryNumberSearch_S: G 870
- Title_S: Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten
- Title_S_sort: Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten
- Systematic_S: Gemälde
- Systematic_multi_facet: Gemälde
- Systematic_multi_facet_filter: Gemälde
- NumberOfObjects_S: 1
- Creditline_S: Museum der bildenden Künste Leipzig
- PurchaseNote_S: 1908 Vermächtnis von Alphons Dürr, Leipzig
- Field_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: ab 12.02.02 Ständige Ausstellung 15. - 18. Jh. gelistet auf der Inventarisierungsliste vom 8.11.1945 an das Kulturamt
- Label_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Objektgesch. (intern)
- Label_A02_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (extern)
- Field_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: Provenienz geprüft - unkritisch<br class="linefeed" />1917 MdbK Leipzig (Best.Kat. MdbK 1917)<br class="linefeed" />1908 Vermächtnis Alphons Dürr, Leipzig (Angabe Best.Kat. MdbK 1917)<br class="linefeed" />ehem Sammlung Clauss
- Label_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (intern)
- Label_A07_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Bearbeitung
- Label_A08_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Literatur (intern)
- Label_B01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Technol. Befund Rest.
- Label_B03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Rückseitenautopsie
- Dating_S: 1673
- Dating_zeit: 1673
- Dating_S2: 1673
- YearFrom_I: 1673
- YearTo_I: 1673
- Signatures_Search_S: Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.
- InventoryNumbers_Search_S: G 870
- OtherNumbers_Search_S: Niederländische Malerei 8
- MaterialTechnique_Search_S: Ölmalerei
- MTS_multi_facet: Ölmalerei
- MTS_multi_facet2: Ölmalerei
- Subjects_Search_S: Backhuysen, Ludolf
- Subjects_multi_facet: Backhuysen, Ludolf
- Subjects_multi_facet_filter: Backhuysen, Ludolf
- Literature_Search_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012; Ausst.-Kat. Boudewijn Bakker, Erik Schmitz, Het aanzien van Amsterdam, hrsg. von Norbert Middelkoop, Jaap Evert Abrahamse, Deirdre Carasso, Wouter Kloek, Leonoor van Oosterzee, Pieter Roelofs, Bussum : Thoth, 2007.; Jonathan I. Israel, The Dutch Republic, Oxford : Clarendon Press, 1998 (The Oxford history of early modern Europe); Ausst.-Kat. Henri Nannen, Ludolf Bakhuizen 1631 - 1708 : schryfmeester - teyckenaer - schilder, <br class="linefeed" />Emden : Ludolf Backhuysen Gesellschaft, 1985.; Ausst.-Kat. Ludolf Backhuysen. Emden 1630 - Amsterdam 1708. Ein Versuch, Leben und Werk des Künstlers zu beschreiben, hrsg. von Henri Nannen, Emden : Ludolf-Backhuysen-Gesellschaft, 1985.
- lists_s: Titles,Signatures,GeographicReferences,InventoryNumbers,OtherNumbers,KeywordChain,MaterialTechnique,Dimensions,Dating,Texts,ObjectRelations,Subjects,Literature,Exhibitions,Uri,WebLinks,Media
- list_Titles_I: 1
- Titles_Type_0_S: Originaltitel
- Titles_Text_0_S: Das Bollwerk Zeeburg am IJ mit kartenspielenden Soldaten
- list_Signatures_I: 1
- Signatures_Type_0_S: Ausgabe
- Signatures_Text_0_S: Bez. l. u.: L. Backh.; dat. am Kugelkasten 1673.
- list_GeographicReferences_I: 0
- list_InventoryNumbers_I: 1
- InventoryNumbers_Type_0_S: Inventar Nr. (aktuell)
- InventoryNumbers_Text_0_S: G 870
- list_OtherNumbers_I: 1
- OtherNumbers_Type_0_S: Bestandskatalog
- OtherNumbers_Text_0_S: Niederländische Malerei 8
- list_KeywordChain_I: 0
- list_MaterialTechnique_I: 2
- MaterialTechnique_Type_0_S: Material / Technik
- MaterialTechnique_Remark_0_S: Öl auf Leinwand
- MTR_multi_facet: Öl auf Leinwand
- MTR_multi_facet2: Öl auf Leinwand
- MaterialTechnique_Type_1_S: Technik
- MaterialTechnique_Text_1_S: Ölmalerei
- MTL_multi_facet: Ölmalerei
- MTL_multi_facet2: Ölmalerei
- list_Dimensions_I: 1
- Dimensions_Type_0_S: Bildmaß
- Dimensions_Dimension_0_S: 40,1 x 48,3
- list_Dating_I: 1
- Dating_Dating_0_S: 1673
- Dating_DayFrom_0_I: 1
- Dating_MonthFrom_0_I: 1
- Dating_YearFrom_0_I: 1673
- Dating_DayTo_0_I: 31
- Dating_MonthTo_0_I: 12
- Dating_YearTo_0_I: 1673
- list_Texts_I: 1
- Texts_Type_0_S: Onlinedatenbank Text deutsch
- Texts_Language_0_S: de
- Texts_LongText_0_S: Von einer Befestigungsmauer blickt man über den Fluss IJ Richtung Norden. Im Vordergrund steht eine bronzene Kanone auf einem detailliert geschilderten Unterbau, dem Barbette. Gegen das rechte Rad sind der Anzünder und Wischer gelehnt, die Gerätschaften zum Laden. Das Zündgut ist durch einen hölzernen Deckel über dem Rohr geschützt. Daneben sitzen einige Soldaten und spielen Karten. Vorne liegt eine Kiste, gefüllt mit Kanonenkugeln. Rechts hält ein Soldat neben einem drehbaren Wachhäuschen mit erhobener Pike Wacht. Er ist, im Unterschied zu den halbverschatteten Soldaten unter der Kanone, als Silhouette vor dem Himmel hervorgehoben. Das Bild ist während des Krieges der Vereinigten Niederlande gegen die Allianz aus Frankreich, England und den Bistümern Münster und Köln (1672–74) entstanden. Am 6. April 1672 hatte der französische König Ludwig XIV. den Vereinigten Niederlanden den Krieg erklärt. Die französische Invasionsarmee bestand aus 118.000 Mann Infanterie und 12.500 Mann Kavallerie (viermal so viel wie die holländische Armee aufzuweisen hatte). Im Mai, Juni und August 1673 versuchte die anglofranzösische Flotte in mehreren großen Seeschlachten, die niederländische Flotte zu zerstören, um auch von See aus eine Invasionsarmee an Land zu setzen.(1) Durch das Fluten ganzer Landstriche konnte der Vormarsch des feindlichen Heeres nach Amsterdam verhindert werden. Backhuysen schuf das 1673 datierte Bild in einer Zeit großer äußerer Bedrohung und innerer politischer Unruhen. Seit dem Kriegsausbruch wurden im Sommer 1672 die verwahrlosten Verteidigungswälle von Amsterdam instand gesetzt. 1673 erschien ein Stadtplan, der die exakte Verteilung der unterschiedlichen Milizen zur Verteidigung der Stadt in den unterschiedlichen Stadtteilen auflistete.(2) Das Gemälde wurde mit einer Zeichnung vorbereitet, die Backhuysen wohl vor Ort ausgeführt hat.(3) Der Künstler griff für die Komposition auf verschiedene Vorbilder zurück. Die Figur des wachhabenden Soldaten scheint er zum einen der patriotisch geprägten Ikonografie von Amsterdamer Stadtplänen entlehnt zu haben.(4) Zum anderen orientierte er sich an der Tradition von Wachstubenbildern der Genremalerei, die den Zeitvertreib und mitunter die Pflichtvergessenheit von Soldaten vor Augen führen. Das Kartenspiel, das im Schatten der Kanone stattfindet, bringt die Stimmung eines vorläufigen und gefährdeten Friedens zum Ausdruck, der so unsicher ist wie das trügerische Glück der Karten. Der Gegensatz von Kartenspiel und Wache, von schlaff hängenden Segeln bei Windstille und geladener Kanone ist als ein mahnender Apell zur „Vigilia“, zur Wachsamkeit, zu interpretieren. Backhuysen stilisierte mit seinem Sinn für Dramatik das Motiv des wachhabenden Soldaten zu einer Pathosfigur patriotischer Wachsamkeit. <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. Israel 1998, S. 812. <br class="linefeed" />(2) N. Visscher u. N. van der Heyden, Stadtplan mit Verteidigungsplan zu Zeiten von starkem Frost, 1673, Radierung, Kupferstich, Feder und Pinsel in verschiedenen Farben, Amsterdam, Stadsarchief; vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 50. <br class="linefeed" />(3) Amsterdam, Historisch Museum, Inv.-Nr. A 10111, vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam/Emden 1985, S. 91, Nr. T 7. <br class="linefeed" />(4) Die Figur taucht auf älteren Stadtplänen Amsterdams auf dem gleichen Bollwerk auf. Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 2007/08, Nr. 13C.
- list_ObjectRelations_I: 0
- list_Subjects_I: 1
- Subjects_Key_0_S: 5ec52e94-83b0-48ae-98d8-9d121a84ed4e
- Subjects_Key_all_S: 5ec52e94-83b0-48ae-98d8-9d121a84ed4e
- Subjects_Type_0_S: Person
- Subjects_Name_0_S: Backhuysen
- Subjects_FirstName_0_S: Ludolf
- Subjects_SortedName_0_S: Backhuysen, Ludolf
- FullNameSorted_S_sort: Backhuysen, Ludolf
- P_S_sort: Backhuysen, Ludolf
- Subjects_DatingType_0_S: Lebensdaten
- Subjects_Dating_0_S: 1630 - 1708
- Subjects_YearFrom_0_S: 1630
- Subjects_MonthFrom_0_S: 12
- Subjects_DayFrom_0_S: 28
- Subjects_YearTo_0_S: 1708
- Subjects_MonthTo_0_S: 11
- Subjects_DayTo_0_S: 7
- Subjects_GeoRefFrom_0_S: Emden
- Subjects_GeoRefTo_0_S: Amsterdam
- list_Literature_I: 5
- Literature_Publication_0_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012
- Literature_Mentioned_0_s: 37
- Literature_CatalogNumber_0_s: 8
- Literature_Publication_1_S: Ausst.-Kat. Boudewijn Bakker, Erik Schmitz, Het aanzien van Amsterdam, hrsg. von Norbert Middelkoop, Jaap Evert Abrahamse, Deirdre Carasso, Wouter Kloek, Leonoor van Oosterzee, Pieter Roelofs, Bussum : Thoth, 2007.
- Literature_CatalogNumber_1_s: 13C
- Literature_Publication_2_S: Jonathan I. Israel, The Dutch Republic, Oxford : Clarendon Press, 1998 (The Oxford history of early modern Europe)
- Literature_Mentioned_2_s: 812
- Literature_Publication_3_S: Ausst.-Kat. Henri Nannen, Ludolf Bakhuizen 1631 - 1708 : schryfmeester - teyckenaer - schilder, <br class="linefeed" />Emden : Ludolf Backhuysen Gesellschaft, 1985.
- Literature_Mentioned_3_s: 53
- Literature_Publication_4_S: Ausst.-Kat. Ludolf Backhuysen. Emden 1630 - Amsterdam 1708. Ein Versuch, Leben und Werk des Künstlers zu beschreiben, hrsg. von Henri Nannen, Emden : Ludolf-Backhuysen-Gesellschaft, 1985.
- Literature_Mentioned_4_s: 37
- Literature_CatalogNumber_4_s: S 14
- list_Exhibitions_I: 0
- list_Uri_I: 0
- list_WebLinks_I: 0
- list_Media_I: 1
- Media_Key_0_s: 10d280c7-1699-4854-a6ae-f3b28a9321c1
- Media_Type_0_S: Bild
- Media_License_0_S: CC BY-NC-ND
- Media_Creator_0_S: InGestalt/Michael Ehritt
- Media_Copyright_0_S: Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
- _version_: 1876884798599856000