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Klara Meinhardt,  
Soft Utopian City, 2024/2025

 

Klara Meinhardt befasst sich intensiv mit städtischen Räumen, sei es, dass sie die Verdrängung von Natur in den Blick nimmt oder sich mit den Materialitäten von Architektur beschäftigt. Letzterem spürt sie in Soft Utopian City nach. Nachhaltiges Bauen mit natürlichen Werkstoffen, etwa mit Holz und lokalem Gestein, interessiert sie dabei ebenso wie die Gestaltungsmöglichkeiten und das formgebende Potential, die allen Materialien innewohnen. Auch die Veränderungen von Landschaften durch Rohstoffabbau oder die Weiterverarbeitung von Bauschutt nimmt sie in den Blick.
In der Installation Soft Utopian City gelingt es Meinhardt, das Urbane mit der Natur zu verbinden. Die einzelnen Schaumstoffelemente geben sich organisch. Ihre Formen sind der Natur entlehnt, doch hat sie die Künstlerin frei erfunden. Die Stoffbezüge hat Meinhardt mit Motiven bedruckt, die ihr in Steinbrüchen und im Wald begegnet sind. Dort fotografierte sie unter anderem Sandsteinoberflächen und Wasserläufe. Doch finden sich unter den Motiven auch vergrößerte Details von zerbrochenem Glas oder einem Betonzaun im charakteristischen, geometrischen DDR-Design. Zudem basiert das Druckverfahren, mit dem Meinhardt die Bezüge gestaltet hat auf der mit Natur eng verbundenen Technik der Cyanotypie.
Bei der Cyanotypie handelt sich um ein 1842 entwickeltes, fotografisches Edeldruckverfahren. Für die Belichtung der Oberflächen diente ursprünglich das Licht der Sonne, seit Ende des 19. Jahrhunderts wird auch elektrisches Licht verwendet. Meinhardt arbeitet mit UV-Licht. Als Bildträger nutzt sie Baumwollstoffe, doch können ebenso Nessel, Papiere, Holz und Stein verwendet werden. Die Oberflächen werden mit einer lichtempfindlichen Lösung getränkt und dann mit Objekten oder Schablonen belegt, die die Partien abdecken, die auswaschbar bleiben sollen und schließlich weiß erscheinen werden. Auf den bestrahlten Partien verwandelt sich die Lösung in eine wasserunlösliche Schicht und färbt sich Blau – präziser „Berlin-Blau“.
Die Soft Utopian City ist somit temporär angelegt, ebenso wie der zyklische Kreislauf der Natur, der auf Wachstum, Erneuerung und Vergänglichkeit beruht.

Carolin Rothmund

Systematik Objekt / Installation

Material/Technik 47 Einzelformen, Schaumstoff und Cyanotypie auf Baumwollbezügen

Maße Verschiedene Größen zwischen 30 × 30 × 30 cm und 130 × 110 × 60 cm (Objektmaß (H x B x T))