Objektabbildung zoomen
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Roxana Rios,  
Das GesprŠäch, Lina, Camila, Sarafina - Intervention, 2026

 

In der Neuauffassung von Augustin Théodore Ribots Ölgemälde „Das Gespräch“ unterstreicht Roxana Rios die Bedeutung des mündlichen Austauschs als Form des informellen Wissenstransfers. Auch bei Ribots Darstellung der drei Personen liegt der Fokus auf der Diskussion. Der dramatische Hell-Dunkel-Effekt rückt die Gesichter und Hände der Personen in den Fokus. Die nur angedeutete nächtliche Umgebung und der flüchtige Pinselstrich verleihen dem Gespräch zudem etwas Heimliches, fast Verschwörerisches.

Rios ersetzt die drei unbekannten Männer (?) durch Flinta* Personen und rückt sie ganz nah zusammen. Das Kollektive, Verbindende steht hier im Vordergrund. Während die linke Figur aufgeregt und erzürnt versucht, die Figur am rechten Bildrand zurückzuhalten, schaut die mittlere mit wachem Blick in die Ferne. Dort befindet sich der Ursprung des Zornes: das Bildnis des französischen Kaisers und Diktators Napoleon I., welcher trotz seiner autoritären Herrschaft in der Geschichtsschreibung sowie in den bildenden Künsten oft stark heroisiert und unkritisch betrachtet wurde.

Der im Bild dargestellte Moment des Gossip wird somit als feministische Praxis aufgegriffen, die den Zusammenhalt gegen Unterdrückung innerhalb patriarchaler Systeme stärken kann.

Text: Anne Richter, Philipp Freytag
Kuratiert von: Philipp Freytag

Material/Technik Farbfotografie auf Dibond

Maße 144 x 108 (Bildmaß)