Objektabbildung zoomen
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Jean-Baptiste Carpeaux,  
Warum versklavt geboren!, 1868 (1925)

 

Jean-Baptiste Carpeaux (1827 – 1875), einer der bedeutendsten französischen Bildhauer des 19. Jahrhunderts, erhielt 1867 den Auftrag zu einem „Brunnen der Vier Weltteile“ am südlichen Ende des Jardin du Luxembourg in Paris. Er entschied sich, die vier Weltteile durch allegorische Frauengestalten zu repräsentieren, die aus seiner Perspektive für Afrika, Asien, Amerika und Europa standen. In dem 1872 vollendeten Brunnen hat er die Verkörperung Afrikas durch eine stehende versklavte Schwarze Frau mit Ketten an den Beinen wiedergegeben. Die Büste von 1868 ergänzte Carpeaux durch den Titel „POURQUOI NAITRE ESCLAVE“ (WARUM VERSKLAVT GEBOREN), der auf dem Sockel der ursprünglichen Marmorskulptur eingeschrieben war.

Der Handel mit versklavten Menschen war 1848 offiziell in Frankreich und 1865 in den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschafft worden. Bereits 1791 hatte sich die französische Kolonie Haiti aus der Versklavung befreit. Dennoch schrieb der Weiße Kunstkritiker Théophil Gautier 1869 anlässlich der Ausstellung der Figur der im Pariser Salon, dass sie „das einzige zum Himmel [hebt], was für sie als Sklavin frei ist: den Blick, ein Blick voller Verzweiflung und voll von stummem Vorwurf, ein vergeblicher Appell an Gerechtigkeit, ein düsterer Protest gegen die Vernichtung ihrer Zukunft.“ Diese nach einem Modell gearbeitete Büste war die populärste Skulptur, die er im Kontext des „Brunnens der Vier Weltteile“ geschaffen hat.

(Nicolaisen/Weeratunga)

Systematik Plastik

Material/Technik Bronze

Maße 64 x 48,7 x 29 cm (Objektmaß (H x B x T))

Erwerbung 2004 Schenkung von Hans-Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus, Setúbal

Inventar-Nr. P 853