Objektabbildung zoomen

Francisco de Goya,  
Volaverunt., 1799

 

Nach Capricho 43 verlässt Goya den Bereich sichtbaren Welt und wendet sich der Nachtseite, den im Verborgenen stattfindenden Tätigkeiten zu. Dämonische Wesen, Hexen, Kobolde im Mönchsgewand verweisen auf den Missbrauch kirchlicher Riten und Gebräuche. Gesellschaftliche Missstände und Fehlverhalten werden entlarvt. Kinder werden missbraucht. Hexen bereiten ihre Tränke mit Körpern toter Kinder (siehe auch Capricho 44, 45), sie fliegen ineinander verkeilt durch die Luft und verwandeln sich in Tiere (siehe auch Capricho 60, 62, 64-68). Oder die Hexen tragen wie in Capricho 61 eine Frau, die Schmetterlingsflügel am Kopf hat. Zeitgenossen sahen in ihr die Herzogin von Alba (1762–1802), die Goya 1795 und 1797 porträtierte. Goya transportierte jedoch die dargestellte Frau aus dem sichtbaren Bereich in den Bereich der Allegorie, als Fabelwesen und somit ist die Darstellung wieder mehrdeutig und zeitlos. Kobolde in Mönchskutten verweisen auf die leibliche Gier des Klerus (siehe auch Capricho 49, 74, 78–79). Mischwesen mit Fledermausflügeln sind Denunzianten oder stützen sich gegenseitig in der Regierung (siehe auch Capricho 48, 51).

Systematik Druckgrafik

Material/Technik Radierung, Aquatinta, Kaltnadel

Maße 18,6 x 12,9 cm (Darstellungsmaß) 21,5 x 15 cm (Platten- / Stein- / Stockmaß) 28,9 x 20,6 cm (Blattmaß)

Erwerbung 1925 Erwerbung von C.G. Boerner, Leipzig

Inventar-Nr. I. 5160 / 61