Objektabbildung zoomen

Roxana Rios,  
Herrenbildnis, Sarafina, 2026 Ode to Eris

 

In "Herrenbildnis, Sarafina" tritt eine Schwarze Person, deren Genderzugehörigkeit bewusst offenbleibt, an die Stelle des weißen, reichen niederländischen Bürgers des 17. Jh. im Porträt von Ferdinand Bol. „Die Wiederholung der Pose dient dabei als subversive Strategie, die historische Machtcodes sichtbar macht, unterläuft und neu besetzt“ (Rios). Selbstbewusst blickt Sarafina in die Kamera, eine Augenbraue konfrontativ gehoben. Die Kleidung ist zwar farblich an das historische Vor-Bild angelehnt, folgt jedoch durch die Kombination aus Bomberjacke und weißem Herrenhemd einer zeitgenössischen, queeren Ästhetik. Subtil verorten der graue Sockel und der charakteristische Muschelkalk das Porträt im Museum der bildenden Künste Leipzig.

Ferdinand Bols „Herrenbildnis“ entstammt einem zweiteiligen Eheporträt, dessen weibliches Pendant sich heute in einer privaten Sammlung befindet. Entstanden ist es in einer Zeit, in der das niederländische Bürgertum aufgrund des erstarkten Handels zu großem Reichtum gekommen war und dadurch ein neues Selbstbewusstsein erlangte. Die Entwicklung zu einer mächtigen Handelsnation gründete dabei auch auf der Bereicherung durch Ausbeutung anderer Länder und Menschen, z.B. durch Sklaverei.

Text von Anne Richter, Philipp Freytag
Kuratiert von Philipp Freytag

Systematik Fotografie

Material/Technik Fine Art Print

Maße 40 x 30 cm (Blattmaß)