Objektabbildung zoomen

Edvard Munch,  
Zum Walde II, 1915

 

Edvard Munchs Leben ist von Phasen psychischer Instabilität geprägt. Nach seinem Zusammenbruch 1908 gewinnt er, nach wiederholten Behandlungen, den Kampf gegen Depression und Trinksucht. Nach Jahren der Unruhe lässt er sich von 1909 bis 1915 im norwegischen Küstenort Kragerø nieder. In Skrubben, seinem dortigen Anwesen, arbeitet er in Freiluftateliers. Er geht in der Natur auf, lässt die Stadt als Bildmotiv fast vollständig aus.

Seine Baum- und Waldbilder zeigen oft Liebesgeschichten – darunter auch Zum Walde, eine Holzschnittserie, die sich in Varianten über Jahrzehnte erstreckt. Holz ist für Munch lebendiges Material. Auch bezieht er bei seinen Holzschnitten das Material des Druckstocks, also dessen Maserung, bildhaft ein: eine echte Durchdringung von Kunst und Natur.

Paare sind bei Munch oft ‚einsam zu zweit‘, abgebildet in großer Isolation. Hier aber schmiegt sich das Paar eng zusammen. Um 1890 notiert er: "Sie gingen in eine Waldöffnung hinein – zu beiden Seiten standen hohe Nadelhölzer und Birken – üppig und dunkel sich abhebend gegen die dämmerige Abendluft [...]".

[Testtext Museum Barberini, https://prolog.museum-barberini.de/de/15212/munch, 9.1.2025]


Der Holzstock wurde von Munch bereits 1897 für die verwandte Arbeit "Zum Walde I" (Schiefler 100; Woll 112) verwendet.

Systematik Druckgrafik

Material/Technik Farbholzschnitt, Druck von zwei Stöcken in Schwarz, Blau, Grün, Gelb, Rot

Maße 59 x 68 cm (Blattmaß) 53 x 65 cm (Platten- / Stein- / Stockmaß)

Erwerbung 1931 Erwerbung von C. G. Boerner, Leipzig

Inventar-Nr. I. 6755