Adriaen Brouwer
Bauern beim Tricktrackspiel; um 1635
Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
Adriaen Brouwer, …
Bauern beim Tricktrackspiel, um 1635
Zwei Männer stehen in einem Wirtshaus an einem Spieltisch, auf dem der hölzerne Kasten eines Tricktrackspiels und ein Stück Kreide liegen. Der jüngere der beiden grinst zufrieden über einen glücklichen Wurf, während der ältere sich mit geballter Faust (in der sich sein Würfel befindet?) und verbissenem Gesichtsausdruck über den Kasten beugt. Ein Mann mit aufgerissenem Mund und eine junge Frau, die einen Bierkrug in der Hand hält, verfolgen das Geschehen. Im Hintergrund rauchen zwei Männer am Kamin, vorne rechts steht eine grob gezimmerte Bank, auf der ein Zinnkrug und ein zerknülltes weißes Tuch arrangiert sind. Das Gemälde gehört zu einer Gruppe von Wirtshausbildern Brouwers aus den 1630er Jahren, in denen die Brauntonigkeit früherer Bilder zurücktritt zugunsten einer sorgfältigen Ausleuchtung der Hauptfiguren und ihrer Kleider in changierenden Farbtönen unter dem Einfluss von David Teniers d. J.(1) Zu dieser Gruppe zählen die formatähnlichen Gemälde Kartenspielende Bauern (33,5 × 43,2 cm) und Würfelnde Soldaten in der Schenke (35,8×47,3 cm) von Brouwer in München (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nrn. 2108, 242). Die Farben sind in schnellem, fast strichelndem Pinselduktus aufgetragen, der dem spannungsvollen Geschehen einen lebendigen Ausdruck verleiht. Das Gemälde entstand in Antwerpen, dokumentiert durch die Schlagmarke (Kleeblatt) des Tafelmachers Michiel Claessens (tätig 1590–1637) und den Rest der Brandmarke der Stadt Antwerpen auf der Rückseite.(2) Wohl um 1636 fertigte David Teniers d. J. im Auftrag des Kunsthändlers van Immerseel eine Zeichnung nach dem Gemälde an.(3) Diese Zeichnung muss vor dem Originalbild entstanden sein, dessen drei Hauptfarben Braun, Gelb und Blau Teniers d. J. mit den Buchstaben „T“ (terra) für den Braunton, „g“ (geel) für das Gelb des Ärmels des jungen Mannes und „b“ (blauw) für das Türkis der Jacke des gebeugten Bauern markierte. Klinge datiert die Leipziger Tafel aufgrund der verhältnismäßig großen Personen und „einer gewissen Transparenz der oberen Schichten des Farbauftrags“ um 1634/35.(4) Das Motiv des Tricktrackspiels kehrt in der holländischen Genremalerei und Druckgrafik oft wieder, weil es ein populärer Zeitvertreib in Wirtshäusern und Bordellen war. Während das Spiel im häuslichen Bereich erlaubt war, wurden die Gefahren des öffentlichen Glücksspiels – Zeitverschwendung, Streit, Verlust des Vermögens – öffentlich angeprangert. Auf einer Radierung von Jan van de Velde II (1593–1641) werden Tricktrackspieler unter der Überschrift Verkehrter Eifer dargestellt, eine Inschrift warnt vor dem Verlust mühsam erarbeiteten Geldes (Hollstein 151). Auch in der Emblematik dient das Tricktrackspiel als Sinnbild für unnützen Umgang mit wertvoller Zeit und für Gotteslästerung.(5)
Jan Nicolaisen
(1) Vgl. K. Renger, in: Ausst.-Kat. München 1986, S. 51.
(2) Vgl. ebd., S. 123, Anm. 15 zu Brandmarken auf Werken Brouwers.
(3) Bleistift, 22,9× 33,7 cm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. Z 907. Der Auftrag lautete eine „Drollerye naer Brouwer“ zu machen. Vgl. Klinge 1997, S. 108f., 235,
Nr. 6. Eine weitere Kopie London, Sotheby’s, 3.6.1981, Nr. 43.
(4) Ausst.-Kat. Karlsruhe 2005, Nr. 16.
(5) Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 1997, S. 204–208.
Beteiligte Adriaen Brouwer (1605/1606 - 1638)
Titel Bauern beim Tricktrackspiel
Entstehungszeit um 1635
Systematik Gemälde
Material/Technik Öl auf Eichenholz
Technik Ölmalerei
Signatur Bez. u. l.: AB [lig.]
Referenz Niederländische Malerei 49 (Bestandskatalog) SpSt (1998) I/64 (Bestandskatalog)
Creditline Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig
Provenienz
1996 – heute: Museum der bildenden Künste Leipzig, Dauerleihgabe der Maximilian Speck von Sternburg Stiftung, Leipzig
1996: Restitution an die Erbengemeinschaft Speck von Sternburg
1952: Inventarisierung durch das MdbK
1945 – 1952: Verwahrung durch das MdbK
1945: Beschlagnahme der Sammlung Speck von Sternburg im Zuge der Bodenreform [1]
bis 1945: Kunstsammlung der Familie Speck von Sternburg, Lützschena (Ortsteil von Leipzig)
Quellen:
[1] MdbK Archiv, Karton 145, Speck von Sternburg-Archiv: Schriftwechsel 1929-1964
Literatur Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012, S. 72, Kat. Nr. 49 David Teniers der Jüngere 1610 - 1690 : Alltag und Vergnügen in Flandern, hrsg. von Margret Klinge, Heidelberg : Kehrer, 2005., Kat. Nr. 16 Slg.-Kat. Maximilian Speck von Sternburg. Ein Europäer der Goethezeit als Kunstsammler, hrsg. von Herwig Guratzsch, Leipzig: Seemann, 1998, , Kat. Nr. 64 Ausst.-Kat. Eddy de Jongh [u. a.], Mirror of everyday life. Genreprints in the Netherlands 1550-1700, Ghent : Snoeck-Ducaju & Zoon, 1997., S. 204-208 Ausst.-Kat. Margret Klinge, David Teniers de jonge. Schilderijen, tekeningen, Gent : Snoeck-Ducaja & Zoon, 1991., S. 300, Kat. Nr. 109 Ausst.-Kat. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600 - 1660, München : Hirmer, 1986., S. 51
Zitiervorschlag/Permalink Adriaen Brouwer, Bauern beim Tricktrackspiel, um 1635, Öl auf Eichenholz, Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Copyright Abb. © Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND, https://mdbk-digital.de/detail/collection/12400f30-36a2-423c-872a-d3f940fd038f
Die Werkangaben auf MdbK [digital] entsprechen dem gegenwärtigen Stand der Forschung und werden laufend aktualisiert. Das MdbK forscht kontinuierlich zu seinem Bestand und dessen Provenienzen. Wir verpflichten uns dabei, die fach- und disziplinspezifischen Standards zu wahren. MdbK [digital] ist ein Instrument, diese Forschungsergebnisse sichtbar zu machen. Wenn Sie Fragen oder Hinweise zu den Objekten haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Adriaen Brouwer
- Key: 12400f30-36a2-423c-872a-d3f940fd038f
- Module_ref: collection
- Create_date: 2010-11-12T08:55:45Z
- Change_date: 2026-04-02T07:24:47Z
- Sync_date: 2026-09-20T20:36:55Z
- Container_S: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- Container_S_multi_facet: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik
- SimpleSearch: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 1556,Bauern beim Tricktrackspiel,Gemälde,Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig,um 1635,um 1635,Bez. u. l.: AB [lig.],Brouwer, Adriaen,Bauern beim Tricktrackspiel,Bez. u. l.: AB [lig.],G 1556,Niederländische Malerei 49,SpSt (1998) I/64,Ölmalerei,Zwei Männer stehen in einem Wirtshaus an einem Spieltisch, auf dem der hölzerne Kasten eines Tricktrackspiels und ein Stück Kreide liegen. Der jüngere der beiden grinst zufrieden über einen glücklichen Wurf, während der ältere sich mit geballter Faust (in der sich sein Würfel befindet?) und verbissenem Gesichtsausdruck über den Kasten beugt. Ein Mann mit aufgerissenem Mund und eine junge Frau, die einen Bierkrug in der Hand hält, verfolgen das Geschehen. Im Hintergrund rauchen zwei Männer am Kamin, vorne rechts steht eine grob gezimmerte Bank, auf der ein Zinnkrug und ein zerknülltes weißes Tuch arrangiert sind. Das Gemälde gehört zu einer Gruppe von Wirtshausbildern Brouwers aus den 1630er Jahren, in denen die Brauntonigkeit früherer Bilder zurücktritt zugunsten einer sorgfältigen Ausleuchtung der Hauptfiguren und ihrer Kleider in changierenden Farbtönen unter dem Einfluss von David Teniers d. J.(1) Zu dieser Gruppe zählen die formatähnlichen Gemälde Kartenspielende Bauern (33,5 × 43,2 cm) und Würfelnde Soldaten in der Schenke (35,8×47,3 cm) von Brouwer in München (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nrn. 2108, 242). Die Farben sind in schnellem, fast strichelndem Pinselduktus aufgetragen, der dem spannungsvollen Geschehen einen lebendigen Ausdruck verleiht. Das Gemälde entstand in Antwerpen, dokumentiert durch die Schlagmarke (Kleeblatt) des Tafelmachers Michiel Claessens (tätig 1590–1637) und den Rest der Brandmarke der Stadt Antwerpen auf der Rückseite.(2) Wohl um 1636 fertigte David Teniers d. J. im Auftrag des Kunsthändlers van Immerseel eine Zeichnung nach dem Gemälde an.(3) Diese Zeichnung muss vor dem Originalbild entstanden sein, dessen drei Hauptfarben Braun, Gelb und Blau Teniers d. J. mit den Buchstaben „T“ (terra) für den Braunton, „g“ (geel) für das Gelb des Ärmels des jungen Mannes und „b“ (blauw) für das Türkis der Jacke des gebeugten Bauern markierte. Klinge datiert die Leipziger Tafel aufgrund der verhältnismäßig großen Personen und „einer gewissen Transparenz der oberen Schichten des Farbauftrags“ um 1634/35.(4) Das Motiv des Tricktrackspiels kehrt in der holländischen Genremalerei und Druckgrafik oft wieder, weil es ein populärer Zeitvertreib in Wirtshäusern und Bordellen war. Während das Spiel im häuslichen Bereich erlaubt war, wurden die Gefahren des öffentlichen Glücksspiels – Zeitverschwendung, Streit, Verlust des Vermögens – öffentlich angeprangert. Auf einer Radierung von Jan van de Velde II (1593–1641) werden Tricktrackspieler unter der Überschrift Verkehrter Eifer dargestellt, eine Inschrift warnt vor dem Verlust mühsam erarbeiteten Geldes (Hollstein 151). Auch in der Emblematik dient das Tricktrackspiel als Sinnbild für unnützen Umgang mit wertvoller Zeit und für Gotteslästerung.(5) <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. K. Renger, in: Ausst.-Kat. München 1986, S. 51. <br class="linefeed" />(2) Vgl. ebd., S. 123, Anm. 15 zu Brandmarken auf Werken Brouwers. <br class="linefeed" />(3) Bleistift, 22,9× 33,7 cm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. Z 907. Der Auftrag lautete eine „Drollerye naer Brouwer“ zu machen. Vgl. Klinge 1997, S. 108f., 235, <br class="linefeed" />Nr. 6. Eine weitere Kopie London, Sotheby’s, 3.6.1981, Nr. 43. <br class="linefeed" />(4) Ausst.-Kat. Karlsruhe 2005, Nr. 16. <br class="linefeed" />(5) Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 1997, S. 204–208.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,David Teniers der Jüngere 1610 - 1690 : Alltag und Vergnügen in Flandern, hrsg. von Margret Klinge, Heidelberg : Kehrer, 2005.,Slg.-Kat. Maximilian Speck von Sternburg. Ein Europäer der Goethezeit als Kunstsammler, hrsg. von Herwig Guratzsch, Leipzig: Seemann, 1998, ,Ausst.-Kat. Eddy de Jongh [u. a.], Mirror of everyday life. Genreprints in the Netherlands 1550-1700, Ghent : Snoeck-Ducaju & Zoon, 1997.,Ausst.-Kat. Margret Klinge, David Teniers de jonge. Schilderijen, tekeningen, Gent : Snoeck-Ducaja & Zoon, 1991.,Ausst.-Kat. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600 - 1660, München : Hirmer, 1986.
- SimpleSearch2: MdbK Sammlung - Malerei / Plastik,MdbK Gemälde,G 1556,Bauern beim Tricktrackspiel,Gemälde,Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig,um 1635,um 1635,Bez. u. l.: AB [lig.],Brouwer, Adriaen,Bauern beim Tricktrackspiel,Bez. u. l.: AB [lig.],G 1556,Niederländische Malerei 49,SpSt (1998) I/64,Ölmalerei,Zwei Männer stehen in einem Wirtshaus an einem Spieltisch, auf dem der hölzerne Kasten eines Tricktrackspiels und ein Stück Kreide liegen. Der jüngere der beiden grinst zufrieden über einen glücklichen Wurf, während der ältere sich mit geballter Faust (in der sich sein Würfel befindet?) und verbissenem Gesichtsausdruck über den Kasten beugt. Ein Mann mit aufgerissenem Mund und eine junge Frau, die einen Bierkrug in der Hand hält, verfolgen das Geschehen. Im Hintergrund rauchen zwei Männer am Kamin, vorne rechts steht eine grob gezimmerte Bank, auf der ein Zinnkrug und ein zerknülltes weißes Tuch arrangiert sind. Das Gemälde gehört zu einer Gruppe von Wirtshausbildern Brouwers aus den 1630er Jahren, in denen die Brauntonigkeit früherer Bilder zurücktritt zugunsten einer sorgfältigen Ausleuchtung der Hauptfiguren und ihrer Kleider in changierenden Farbtönen unter dem Einfluss von David Teniers d. J.(1) Zu dieser Gruppe zählen die formatähnlichen Gemälde Kartenspielende Bauern (33,5 × 43,2 cm) und Würfelnde Soldaten in der Schenke (35,8×47,3 cm) von Brouwer in München (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nrn. 2108, 242). Die Farben sind in schnellem, fast strichelndem Pinselduktus aufgetragen, der dem spannungsvollen Geschehen einen lebendigen Ausdruck verleiht. Das Gemälde entstand in Antwerpen, dokumentiert durch die Schlagmarke (Kleeblatt) des Tafelmachers Michiel Claessens (tätig 1590–1637) und den Rest der Brandmarke der Stadt Antwerpen auf der Rückseite.(2) Wohl um 1636 fertigte David Teniers d. J. im Auftrag des Kunsthändlers van Immerseel eine Zeichnung nach dem Gemälde an.(3) Diese Zeichnung muss vor dem Originalbild entstanden sein, dessen drei Hauptfarben Braun, Gelb und Blau Teniers d. J. mit den Buchstaben „T“ (terra) für den Braunton, „g“ (geel) für das Gelb des Ärmels des jungen Mannes und „b“ (blauw) für das Türkis der Jacke des gebeugten Bauern markierte. Klinge datiert die Leipziger Tafel aufgrund der verhältnismäßig großen Personen und „einer gewissen Transparenz der oberen Schichten des Farbauftrags“ um 1634/35.(4) Das Motiv des Tricktrackspiels kehrt in der holländischen Genremalerei und Druckgrafik oft wieder, weil es ein populärer Zeitvertreib in Wirtshäusern und Bordellen war. Während das Spiel im häuslichen Bereich erlaubt war, wurden die Gefahren des öffentlichen Glücksspiels – Zeitverschwendung, Streit, Verlust des Vermögens – öffentlich angeprangert. Auf einer Radierung von Jan van de Velde II (1593–1641) werden Tricktrackspieler unter der Überschrift Verkehrter Eifer dargestellt, eine Inschrift warnt vor dem Verlust mühsam erarbeiteten Geldes (Hollstein 151). Auch in der Emblematik dient das Tricktrackspiel als Sinnbild für unnützen Umgang mit wertvoller Zeit und für Gotteslästerung.(5) <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. K. Renger, in: Ausst.-Kat. München 1986, S. 51. <br class="linefeed" />(2) Vgl. ebd., S. 123, Anm. 15 zu Brandmarken auf Werken Brouwers. <br class="linefeed" />(3) Bleistift, 22,9× 33,7 cm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. Z 907. Der Auftrag lautete eine „Drollerye naer Brouwer“ zu machen. Vgl. Klinge 1997, S. 108f., 235, <br class="linefeed" />Nr. 6. Eine weitere Kopie London, Sotheby’s, 3.6.1981, Nr. 43. <br class="linefeed" />(4) Ausst.-Kat. Karlsruhe 2005, Nr. 16. <br class="linefeed" />(5) Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 1997, S. 204–208.,Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012,David Teniers der Jüngere 1610 - 1690 : Alltag und Vergnügen in Flandern, hrsg. von Margret Klinge, Heidelberg : Kehrer, 2005.,Slg.-Kat. Maximilian Speck von Sternburg. Ein Europäer der Goethezeit als Kunstsammler, hrsg. von Herwig Guratzsch, Leipzig: Seemann, 1998, ,Ausst.-Kat. Eddy de Jongh [u. a.], Mirror of everyday life. Genreprints in the Netherlands 1550-1700, Ghent : Snoeck-Ducaju & Zoon, 1997.,Ausst.-Kat. Margret Klinge, David Teniers de jonge. Schilderijen, tekeningen, Gent : Snoeck-Ducaja & Zoon, 1991.,Ausst.-Kat. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600 - 1660, München : Hirmer, 1986.
- Type_S: MdbK Gemälde
- Type_S_multi_facet: MdbK Gemälde
- TypeKey_s: 028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6
- InventoryNumber_S: G 1556
- InventoryNumber_S_sort: G 1556
- InventoryNumberSearch_S: G 1556
- Title_S: Bauern beim Tricktrackspiel
- Title_S_sort: Bauern beim Tricktrackspiel
- Systematic_S: Gemälde
- Systematic_multi_facet: Gemälde
- Systematic_multi_facet_filter: Gemälde
- NumberOfObjects_S: 1
- Creditline_S: Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig
- PurchaseNote_S: 1996 Dauerleihgabe der Maximilian Speck von Sternburg Stiftung, Leipzig
- Field_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: - 18.01. - 26.11.01 Ständige Ausstellung 15. - 18. Jh.<br class="linefeed" />- 24.10.03 - 13.01.04 zur Rahmenrestaurierung bei Vergoldermeister Ole Teuber, Otterwisch<br class="linefeed" />-04.12.04 - 20.10.05 im II. OG; Holländer
- Label_A01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Objektgesch. (intern)
- Field_A02_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: 1996 – heute: Museum der bildenden Künste Leipzig, Dauerleihgabe der Maximilian Speck von Sternburg Stiftung, Leipzig <br class="linefeed" />1996: Restitution an die Erbengemeinschaft Speck von Sternburg <br class="linefeed" />1952: Inventarisierung durch das MdbK<br class="linefeed" />1945 – 1952: Verwahrung durch das MdbK<br class="linefeed" />1945: Beschlagnahme der Sammlung Speck von Sternburg im Zuge der Bodenreform [1]<br class="linefeed" />bis 1945: Kunstsammlung der Familie Speck von Sternburg, Lützschena (Ortsteil von Leipzig) <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Quellen: <br class="linefeed" />[1] MdbK Archiv, Karton 145, Speck von Sternburg-Archiv: Schriftwechsel 1929-1964
- Label_A02_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (extern)
- Field_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_S: Provenienz unkritisch
- Label_A03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Provenienz (intern)
- Label_A07_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Bearbeitung
- Label_A08_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Literatur (intern)
- Label_B01_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Technol. Befund Rest.
- Label_B03_028b0c5a-e0a5-4871-b261-0f31885c0fb6_s: Rückseitenautopsie
- Dating_S: um 1635
- Dating_zeit: um 1635
- Dating_S2: um 1635
- YearFrom_I: 1630
- YearTo_I: 1640
- Signatures_Search_S: Bez. u. l.: AB [lig.]
- InventoryNumbers_Search_S: G 1556
- OtherNumbers_Search_S: Niederländische Malerei 49; SpSt (1998) I/64
- MaterialTechnique_Search_S: Ölmalerei
- MTS_multi_facet: Ölmalerei
- MTS_multi_facet2: Ölmalerei
- Subjects_Search_S: Brouwer, Adriaen
- Subjects_multi_facet: Brouwer, Adriaen
- Subjects_multi_facet_filter: Brouwer, Adriaen
- Literature_Search_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012; David Teniers der Jüngere 1610 - 1690 : Alltag und Vergnügen in Flandern, hrsg. von Margret Klinge, Heidelberg : Kehrer, 2005.; Slg.-Kat. Maximilian Speck von Sternburg. Ein Europäer der Goethezeit als Kunstsammler, hrsg. von Herwig Guratzsch, Leipzig: Seemann, 1998, ; Ausst.-Kat. Eddy de Jongh [u. a.], Mirror of everyday life. Genreprints in the Netherlands 1550-1700, Ghent : Snoeck-Ducaju & Zoon, 1997.; Ausst.-Kat. Margret Klinge, David Teniers de jonge. Schilderijen, tekeningen, Gent : Snoeck-Ducaja & Zoon, 1991.; Ausst.-Kat. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600 - 1660, München : Hirmer, 1986.
- lists_s: Titles,Signatures,GeographicReferences,InventoryNumbers,OtherNumbers,KeywordChain,MaterialTechnique,Dimensions,Dating,Texts,ObjectRelations,Subjects,Literature,Exhibitions,Uri,WebLinks,Media
- list_Titles_I: 1
- Titles_Type_0_S: Originaltitel
- Titles_Text_0_S: Bauern beim Tricktrackspiel
- list_Signatures_I: 1
- Signatures_Type_0_S: Ausgabe
- Signatures_Text_0_S: Bez. u. l.: AB [lig.]
- list_GeographicReferences_I: 0
- list_InventoryNumbers_I: 1
- InventoryNumbers_Type_0_S: Inventar Nr. (aktuell)
- InventoryNumbers_Text_0_S: G 1556
- list_OtherNumbers_I: 2
- OtherNumbers_Type_0_S: Bestandskatalog
- OtherNumbers_Text_0_S: Niederländische Malerei 49
- OtherNumbers_Type_1_S: Bestandskatalog
- OtherNumbers_Text_1_S: SpSt (1998) I/64
- list_KeywordChain_I: 0
- list_MaterialTechnique_I: 2
- MaterialTechnique_Type_0_S: Material / Technik
- MaterialTechnique_Remark_0_S: Öl auf Eichenholz
- MTR_multi_facet: Öl auf Eichenholz
- MTR_multi_facet2: Öl auf Eichenholz
- MaterialTechnique_Type_1_S: Technik
- MaterialTechnique_Text_1_S: Ölmalerei
- MTL_multi_facet: Ölmalerei
- MTL_multi_facet2: Ölmalerei
- list_Dimensions_I: 1
- Dimensions_Type_0_S: Bildmaß
- Dimensions_Dimension_0_S: 29,7 x 38,6 cm
- list_Dating_I: 1
- Dating_Dating_0_S: um 1635
- Dating_DayFrom_0_I: 1
- Dating_MonthFrom_0_I: 1
- Dating_YearFrom_0_I: 1630
- Dating_DayTo_0_I: 31
- Dating_MonthTo_0_I: 12
- Dating_YearTo_0_I: 1640
- list_Texts_I: 1
- Texts_Type_0_S: Onlinedatenbank Text deutsch
- Texts_Language_0_S: de
- Texts_LongText_0_S: Zwei Männer stehen in einem Wirtshaus an einem Spieltisch, auf dem der hölzerne Kasten eines Tricktrackspiels und ein Stück Kreide liegen. Der jüngere der beiden grinst zufrieden über einen glücklichen Wurf, während der ältere sich mit geballter Faust (in der sich sein Würfel befindet?) und verbissenem Gesichtsausdruck über den Kasten beugt. Ein Mann mit aufgerissenem Mund und eine junge Frau, die einen Bierkrug in der Hand hält, verfolgen das Geschehen. Im Hintergrund rauchen zwei Männer am Kamin, vorne rechts steht eine grob gezimmerte Bank, auf der ein Zinnkrug und ein zerknülltes weißes Tuch arrangiert sind. Das Gemälde gehört zu einer Gruppe von Wirtshausbildern Brouwers aus den 1630er Jahren, in denen die Brauntonigkeit früherer Bilder zurücktritt zugunsten einer sorgfältigen Ausleuchtung der Hauptfiguren und ihrer Kleider in changierenden Farbtönen unter dem Einfluss von David Teniers d. J.(1) Zu dieser Gruppe zählen die formatähnlichen Gemälde Kartenspielende Bauern (33,5 × 43,2 cm) und Würfelnde Soldaten in der Schenke (35,8×47,3 cm) von Brouwer in München (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nrn. 2108, 242). Die Farben sind in schnellem, fast strichelndem Pinselduktus aufgetragen, der dem spannungsvollen Geschehen einen lebendigen Ausdruck verleiht. Das Gemälde entstand in Antwerpen, dokumentiert durch die Schlagmarke (Kleeblatt) des Tafelmachers Michiel Claessens (tätig 1590–1637) und den Rest der Brandmarke der Stadt Antwerpen auf der Rückseite.(2) Wohl um 1636 fertigte David Teniers d. J. im Auftrag des Kunsthändlers van Immerseel eine Zeichnung nach dem Gemälde an.(3) Diese Zeichnung muss vor dem Originalbild entstanden sein, dessen drei Hauptfarben Braun, Gelb und Blau Teniers d. J. mit den Buchstaben „T“ (terra) für den Braunton, „g“ (geel) für das Gelb des Ärmels des jungen Mannes und „b“ (blauw) für das Türkis der Jacke des gebeugten Bauern markierte. Klinge datiert die Leipziger Tafel aufgrund der verhältnismäßig großen Personen und „einer gewissen Transparenz der oberen Schichten des Farbauftrags“ um 1634/35.(4) Das Motiv des Tricktrackspiels kehrt in der holländischen Genremalerei und Druckgrafik oft wieder, weil es ein populärer Zeitvertreib in Wirtshäusern und Bordellen war. Während das Spiel im häuslichen Bereich erlaubt war, wurden die Gefahren des öffentlichen Glücksspiels – Zeitverschwendung, Streit, Verlust des Vermögens – öffentlich angeprangert. Auf einer Radierung von Jan van de Velde II (1593–1641) werden Tricktrackspieler unter der Überschrift Verkehrter Eifer dargestellt, eine Inschrift warnt vor dem Verlust mühsam erarbeiteten Geldes (Hollstein 151). Auch in der Emblematik dient das Tricktrackspiel als Sinnbild für unnützen Umgang mit wertvoller Zeit und für Gotteslästerung.(5) <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Jan Nicolaisen<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />(1) Vgl. K. Renger, in: Ausst.-Kat. München 1986, S. 51. <br class="linefeed" />(2) Vgl. ebd., S. 123, Anm. 15 zu Brandmarken auf Werken Brouwers. <br class="linefeed" />(3) Bleistift, 22,9× 33,7 cm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. Z 907. Der Auftrag lautete eine „Drollerye naer Brouwer“ zu machen. Vgl. Klinge 1997, S. 108f., 235, <br class="linefeed" />Nr. 6. Eine weitere Kopie London, Sotheby’s, 3.6.1981, Nr. 43. <br class="linefeed" />(4) Ausst.-Kat. Karlsruhe 2005, Nr. 16. <br class="linefeed" />(5) Vgl. Ausst.-Kat. Amsterdam 1997, S. 204–208.
- list_ObjectRelations_I: 0
- list_Subjects_I: 1
- Subjects_Key_0_S: b584d4ff-0bd3-4ffd-997a-705e5cec69d4
- Subjects_Key_all_S: b584d4ff-0bd3-4ffd-997a-705e5cec69d4
- Subjects_Type_0_S: Person
- Subjects_Name_0_S: Brouwer
- Subjects_FirstName_0_S: Adriaen
- Subjects_SortedName_0_S: Brouwer, Adriaen
- FullNameSorted_S_sort: Brouwer, Adriaen
- P_S_sort: Brouwer, Adriaen
- Subjects_DatingType_0_S: Lebensdaten
- Subjects_Dating_0_S: 1605/1606 - 1638
- Subjects_YearFrom_0_S: 1605
- Subjects_YearTo_0_S: 1638
- Subjects_GeoRefFrom_0_S: Oudenaarde
- Subjects_GeoRefTo_0_S: Antwerpen
- list_Literature_I: 6
- Literature_Publication_0_S: Slg.-Kat. Niederländische Malerei 1430-1800. Museum der bildenden Künste Leipzig. Unter Mitarbeit von Rüdiger Beck bei den gemäldetechnologischen Untersuchungen, hrsg. von Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 2012
- Literature_Mentioned_0_s: 72
- Literature_CatalogNumber_0_s: 49
- Literature_Publication_1_S: David Teniers der Jüngere 1610 - 1690 : Alltag und Vergnügen in Flandern, hrsg. von Margret Klinge, Heidelberg : Kehrer, 2005.
- Literature_CatalogNumber_1_s: 16
- Literature_Publication_2_S: Slg.-Kat. Maximilian Speck von Sternburg. Ein Europäer der Goethezeit als Kunstsammler, hrsg. von Herwig Guratzsch, Leipzig: Seemann, 1998,
- Literature_CatalogNumber_2_s: 64
- Literature_Publication_3_S: Ausst.-Kat. Eddy de Jongh [u. a.], Mirror of everyday life. Genreprints in the Netherlands 1550-1700, Ghent : Snoeck-Ducaju & Zoon, 1997.
- Literature_Mentioned_3_s: 204-208
- Literature_Publication_4_S: Ausst.-Kat. Margret Klinge, David Teniers de jonge. Schilderijen, tekeningen, Gent : Snoeck-Ducaja & Zoon, 1991.
- Literature_Mentioned_4_s: 300
- Literature_CatalogNumber_4_s: 109
- Literature_Publication_5_S: Ausst.-Kat. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600 - 1660, München : Hirmer, 1986.
- Literature_Mentioned_5_s: 51
- list_Exhibitions_I: 0
- list_Uri_I: 0
- list_WebLinks_I: 0
- list_Media_I: 1
- Media_Key_0_s: 7976c22b-92cd-40ad-9e8c-c30f7553d49b
- Media_Type_0_S: Bild
- Media_License_0_S: CC BY-NC-ND
- Media_Creator_0_S: InGestalt/Michael Ehritt
- Media_Copyright_0_S: Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: InGestalt/Michael Ehritt, Lizenz: CC BY-NC-ND
- _version_: 1876884810939498500